Ems-Jade-Kanal  Brückenabriss besiegelt

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 01.03.2023 16:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon seit Oktober 2021 ist die Kroglitzwegbrücke komplett gesperrt. Foto: Romuald Banik
Schon seit Oktober 2021 ist die Kroglitzwegbrücke komplett gesperrt. Foto: Romuald Banik
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Die Kroglitzwegbrücke über den Ems-Jade-Kanal wird abgerissen. Das beschloss der Auricher Verkehrsausschuss am Dienstagabend. Für den Ersatz gab es einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Aurich - Dem Beschluss konnte sich im Umwelt- und Verkehrsausschuss niemand widersetzen: Einstimmig votierten die Mitglieder am Dienstagabend für den Abriss der Kroglitzwegbrücke über den Ems-Jade-Kanal auf der Grenze zwischen Wiesens und Schirum. Zuvor hatte Bernd Ewerth, Leiter des Tiefbauamtes, noch einmal die verschiedenen Möglichkeiten für eine Querung des Gewässers an dieser Stelle vorgestellt.

Angesichts der knappen Haushaltslage der Stadt Aurich kommen aber derzeit weder ein Neubau noch eine Sanierung der 70 Jahre alten Brücke in Frage. Denn ein Neubau würde im günstigsten Fall 480.000 Euro kosten. Eine Sanierung der Brücke schlüge sogar mit 550.000 Euro noch mehr zu Buche und würde die Lebensdauer des Bauwerkes gerade einmal um zehn Jahre verlängern. Zahlen, denen sich kein Ratsmitglied verschließen konnte.

Grüner schlägt Pünte vor

Überlegt wurde aber, wie man dennoch eine Verbindung an der Stelle über den Ems-Jade-Kanal schaffen könnte. Wenigstens für Fußgänger und Radfahrer sollte es möglich sein, das Gewässer ohne Umwege zu überqueren, so Reinhold Mohr (Grüne). Er schlug daher vor, als Ersatz für die Brücke eine Pünte zu installieren. Die Verwaltung möge das prüfen, so sein Antrag. Ein Antrag, über den nicht abgestimmt wurde. Denn Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß stellte schnell klar, dass die Stadt Aurich an der Stelle gar nichts beschließen könnte, was mit einem steuerlosen Wasserfahrzeug auf dem Ems-Jade-Kanal zu tun haben könnte. „Es handelt sich um eine Wasserstraße, wir können da nur Wünsche äußern.“ Sie würde den Antrag an die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) weiterleiten, sagte sie augenzwinkernd weiter. Denn die WSD gibt es nicht mehr – und zuständig für den Ems-Jade-Kanal ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Aber auch dieser würde eine Pünte an der Stelle wahrscheinlich nicht zulassen.

Die Widerlager könnten für einen Neubau nicht wiederverwendet werden und müssen auch weichen. Foto: Romuald Banik
Die Widerlager könnten für einen Neubau nicht wiederverwendet werden und müssen auch weichen. Foto: Romuald Banik

Wahrscheinlicher ist es daher, dass mit dem Vorschlag von Manfred Möhlmann (CDU) zumindest mittelfristig wieder eine Brücke gebaut werden könnte am Kroglitzweg. „Ich bin ein Fan der Brücke“, so der CDU-Mann. Sie sei wichtig für die Verbindung von Wiesens, ein Neubau sei deswegen wünschenswert. Deswegen sollte die Stadt nach Fördermöglichkeiten Ausschau halten. Es habe bereits Programme gegeben mit Förderquoten von 90 Prozent. Eine Idee, die Alexandra Busch-Maaß unterstützte. Sie habe erst kürzlich erfahren, dass neue Programme aufgelegt würden. Es sei nur noch nicht klar, wann dies geschehe und welche Bedingungen dann dafür gelten würden.

Der Abriss der alten Brücke kann nun relativ zügig erfolgen, obwohl es noch keinen Haushalt für 2023 gibt. „Wir haben genug Haushaltsreste aus dem Vorjahr, um den Abriss zu finanzieren“, so Bernd Ewerth.

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