Hamburg Polizeihund „Haix“ in Hamburg mit Messer verletzt – Peta kritisiert Einsatz
Ein Mann hat in Hamburg einen Polizeihund mit einem Messer angegriffen und mit mehreren Stichen schwer verletzt. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert die Innenbehörde zum Handeln auf.
Polizisten leben gefährlich. Die Gefahr, während des Dienstes verletzt oder gar getötet zu werden, ist immer präsent. Aber nicht nur menschliche Einsatzkräfte setzen in manchen Fällen ihr Leben aus Spiel. Am vergangenen Wochenende hatte ein Mann in Hamburg einen Polizeihund mit einem Messer angegriffen und mit mehreren Stichen schwer verletzt. Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert nun den Gebrauch von Hunden bei derartigen Einsätzen.
Die Polizei war am frühen Samstagmorgen zu der Wohnung im Stadtteil Lohbrügge gerufen worden, weil der 38-jährige Mann seine Mutter nach einem Streit bedroht haben soll. Beim Versuch von Polizeibeamten, seine Wohnung zu betreten, hatte der Mann dann mehrfach mit einem Messer auf den dreijährigen Schäferhund eingestochen.
Die Beamten riefen Spezialisten vom Landeskriminalamt zu Hilfe, die den Angreifer schließlich mithilfe eines Tasers überwältigten. Er wurde in ein Krankenhaus und anschließend in die Psychiatrie gebracht.
Polizeihund „Haix“ musste umgehend notoperiert werden. „Noch während des laufenden Einsatzes wurde der Diensthund ‚Haix‘ zur weiteren Versorgung seiner schweren Verletzungen in eine Tierklinik transportiert“, erklärte Polizeisprecher Thilo Marxsen kurz nach dem Vorfall. Der Hund sei mittlerweile außer Lebensgefahr.
„Hunde haben bei gefährlichen Polizeieinsätzen nichts zu suchen“, kritisiert unterdessen Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Sie sind von Natur aus freundliche, soziale Lebewesen. Durch gewaltsame Trainingsmethoden werden sie bei der Polizei ,scharf gemacht‘ und zu einer Art Waffe konditioniert. Ihre Treue zur Bezugsperson wird dabei schamlos ausgenutzt. Das ist unethisch und muss aufhören. Gute Polizeiarbeit kommt ohne Tiere aus.“
Peta fordert die Hamburger Polizei sowie die Innenbehörde auf, „Hunde künftig nicht mehr als Waffe, ‚Vorhut‘ oder in sonstiger Funktion für gefahrvolle Einsätze zu missbrauchen“.
Die Tierrechtsorganisation kritisiert generell, dass Hunde während Polizeieinsätzen häufig verletzt oder bedrohlichen Situationen ausgesetzt werden. In der Vergangenheit seien dabei auch immer wieder unbeteiligte Menschen versehentlich von den Vierbeinern angegriffen worden. Je nach „Verwendung“ würden die Tiere teilweise zwischen den Einsätzen ein Leben in Zwingern ohne ausreichend soziale Kontakte führen.
Auch der Dienst selbst sei für die Hunde häufig mit massivem Stress verbunden, so Peta: „Sie können ihren eigenen Bedürfnissen dabei nicht ausreichend nachgehen und werden für menschliche Zwecke instrumentalisiert.“