Berlin Sahra Wagenknecht schockt mit Aussage zu Vergewaltigungen
Bei „Hart aber fair“ ging es am Montagabend um die Frage: „Frieden mit Putins Russland: Eine Illusion?“. Vor allem an Sahra Wagenknecht und ihren Aussagen rieben sich die Talk-Gäste – inklusive Moderator Louis Klamroth.
„Hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth begrüßte am Montag, 27. Februar, diese Gäste:
Immer wieder drehte es sich in der Runde um die Frage, ob Verhandlungen mit Russlands Wladimir Putin sinnvoll, nötig oder überhaupt realistisch sind. Die Meinungen dazu gingen – erwartungsgemäß – weit auseinander.
Für Marie-Agnes Strack-Zimmermann können Verhandlungen nur „aus einem Moment der Stärke“ geführt werden. Großen Applaus aus dem Publikum bekommt sie für die Worte: „Wladimir Putin ist ein Massenmörder und ein Terrorist“.
Journalist Heribert Prantl sieht dennoch zu wenig Verhandlungen. Daraufhin fragt Strack-Zimmermann den Journalisten: „Glauben Sie ernsthaft, dass ein Wladimir Putin sich ernsthaft hinsetzt und verhandelt?“. Man dürfe nicht so naiv sein anzunehmen, „dass wir es mit jemandem zu tun haben, der ein kultiviertes Miteinander will.“ Putin habe stattdessen „immer wieder klargemacht, dass er die Ukraine von der Landkarte streichen will“, so die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses.
Katrin Göring-Eckardt wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bundesregierung und der Westen habe wegen der Waffenlieferungen kein Interesse mehr an Diplomatie: „Es geht nicht um Diplomatie oder Waffen, es geht um Diplomatie und Waffen“, sagte die 56-Jährige. Außerdem werde weiterhin „jeder nur denkbare Kanal zum Reden“ mit dem Kreml genutzt.
Auch Heribert Prantl sprach sich klar gegen ein von Linken und AfD gefordertes Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine aus: „Sofortiger Stopp bedeutet, wir liefern die Ukraine Putin aus“
Die Ukraine selbst hatte mehrfach den vollständigen Truppenabzug Russlands als Voraussetzung für Frieden genannt. Sahra Wagenknecht hält das jedoch für „nicht realistisch“, da Russland eigene Kriegsinteressen habe. Deshalb werde man „irgendein Angebot machen müssen“.
Sie vertraue Putin „überhaupt nicht“. Dennoch sei für sie alternativlos: „Man muss verhandeln, wenn auch nicht mit blindem Vertrauen.“ Die Begründung liefert sie auch: „Alle Militärexperten sind sich einig, dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann.“
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Die Talk-Runde widerspricht vielstimmig. Politikwissenschaftler Herfried Münkler erwidert: „Man muss die Ukraine befähigen, den Russen auf dem Schlachtfeld klarzumachen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen können.“
Moderator Louis Klamroth hat mit der oft emotionalen und mitunter hitzigen Diskussion alle Hände zu tun. Erkennbar aufgebracht ist er, als es um das Thema Vergewaltigungen durch russische Soldaten in der Ukraine geht. Eine Frau, die genau das erlebt hat, schildert ihre Erlebnisse.
Sahra Wagenknecht sagt dazu, solche Übergriffe seien „schauerlich und grässlich“. Göring-Eckardt widerspricht lautstark. „Das ist Gewalt!“, zeigt sich die Grünen-Politikerin empört. Doch Wagenknecht bleibt bei ihrem Urteil: „Das ist doch Teil des Krieges.“ Die Linken-Politikerin meint: „Kriegsverbrechen werden von beiden Seiten begangen.“ Klamroth schaltet sich ein und sagt, das könne er so nicht stehen lassen. Er hält dagegen, dass keine Belege seitens der Vereinten Nationen für Vergewaltigungen durch ukrainische Soldaten gebe und dass Vergewaltigungen zur russischen Kriegsstrategie gehörten.
Daraufhin sagt Wagenknecht: „Das stimmt so nicht.“ Die UN habe eindeutig gesagt, dass Kriegsverbrechen in jedem Krieg passierten. Klamroth kontert mit dem Hinweis, dass es um Vergewaltigungen gehe. Wagenknecht führt Vergewaltigungen im Donbass durch das ukrainische Asow-Batallion an. Das Wortgefecht endet ergebnislos, doch von Wagenknecht heißt es zum Abschluss: „Ich finde es nur eine Unterstellung zu sagen, dass uns das nicht nahe geht. Das finde ich einfach eine Frechheit, uns sowas zu unterstellen.“
Auffällig: Mehrfach fragt Moderator Klamroth Sarah Wagenknecht, ob sie eine neue Partei gründen wolle. Darauf antwortet Wagenknecht jedes Mal, dass das „heute nicht das Thema“ sei.
Emotional wird es auch, als Klamroth den ukrainischen Oberstleutnant Sergij Osatschuk zuschaltet. Osatschuk ist in der Nähe des schwer umkämpften Bachmut stationiert und sagt, er und seine Kameraden verteidigten ihr Recht auf ein freies Leben. Ohne die Waffen aus dem Westen hätte die russische Armee noch mehr Gebiete erobert: „Das würde bedeuten: noch mehr Folterkammern, noch mehr Waisenkinder, noch mehr Gulag-Häftlinge.“ Nach einem Dank für die Unterstützung aus Deutschland appelliert der Soldat zum Abschluss: „Bleiben Sie bitte mit uns!“