Neue Ruhestätte im Gespräch  Zentralfriedhof wieder Thema

| | 24.02.2023 19:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bis auf Leezdorf haben alle Orte im Brookmerland (hier Marienhafe) mindestens einen Friedhof. Foto: Thomas Dirks
Bis auf Leezdorf haben alle Orte im Brookmerland (hier Marienhafe) mindestens einen Friedhof. Foto: Thomas Dirks
Artikel teilen:

Die Debatte um einen zentralen Friedhof im Brookmerland erhält neuen Schub. Dafür sorgt eine Einladung an Brookmerlander Kirchenvertreter.

Brookmerland - Neuen Schub erhält das Thema Zentralfriedhof im Brookmerland. Im Marienhafer Rathaus steht es offenbar auf der Agenda. Die Kirchengemeinden sind aufgefordert, Daten und Fakten zu liefern. Das jedenfalls geht aus einer E-Mail der Marienhafer Diakonin Monika Bauer hervor, mit der sie Vertreter der Kirchengemeinden Marienhafe, Osteel, Leezdorf und Rechtsupweg/Siegelsum zu einem Gespräch einlädt.

Bei dem Treffen am 9. März im Gemeindehaus Marienhafe soll es um Probleme, die die Kirchengemeinden mit ihren Friedhöfen haben, und um mögliche Erweiterungen der Bestattungsflächen gehen. Bevor einzelne Gemeinden für sich alleine in konkrete Planungen gingen, mache es ihrer Ansicht nach Sinn, „wenn sich alle Beteiligten mal an einen Tisch setzten und überlegen, was, wo, wann dran ist und in absehbarer Zeit oder schon jetzt Probleme verursacht“, schreibt Bauer.

Bedarfsanalyse der kirchlichen Träger

Und weiter: „Zumal von Seiten der Samtgemeinde Überlegungen da sind, einen zentralen Brookmerlander Friedhof zu konkretisieren. Dazu wird von uns kirchlichen Trägern eine Bedarfsanalyse benötigt.“

Das wäre ein Kurswechsel. Denn zuletzt hatte die Verwaltung einer zentralen Begräbnisstätte in der Samtgemeinde stets eine Absage erteilt. Einen Zentralfriedhof zu bauen, sei nicht geplant, hieß es öffentlich in einer Ratssitzung in Leezdorf im November 2019. „Mit Zentralität tun wir uns im Brookmerland schwer“, sagte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) damals in Anspielung auf die seinerzeit aktuelle Debatte um eine Zentralisierung der Feuerwehren an einem Standort. Einen Zentralfriedhof anzulegen, bedeute, die zum Teil historisch gewachsenen Friedhöfe wie in Marienhafe und Osteel stillzulegen. Das wolle niemand. „An den Friedhöfen in kirchlicher Trägerschaft in den Orten wird nicht gerüttelt“, versicherte Ihmels damals. Bis auf Leezdorf haben alle Orte im Brookmerland mindestens einen Friedhof. In Wirdum gibt es sogar zwei.

Zur Erinnerung: Das Bestattungswesen fällt in die Zuständigkeit der Samtgemeinde. Einen kommunalen Friedhof muss sie anlegen, betreiben und bezahlen. Die jeweilige Gemeinde, in der der Friedhof seinen Standort haben soll, muss die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.

Planungen für Friedhof in Leezdorf

In Leezdorf laufen Planungen für einen gemeindeeigenen Friedhof am Junkersweg seit mehr als zehn Jahren. Bisher werden verstorbene Leezdorfer in Osteel bestattet. In Rechtsupweg wird mindestens genauso lange über eine Erweiterung der vorhandenen Ruhestätte debattiert. In fast allen Gemeinden bereiten die Bodenverhältnisse Probleme. Särge verwesen langsamer oder kaum noch. Darauf hatten die Kirchenvorstände die Samtgemeindeverwaltung in der Vergangenheit aufmerksam gemacht.

Wie konkret die Planungen für einen Zentralfriedhof inzwischen sind, war aus dem Rathaus nicht zu erfahren. Eine schriftliche Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

Ähnliche Artikel