Hamburg Emotionaler Auftritt bei „Maischberger“: Wladimir Klitschko spricht über toten Vater
Seit einem Jahr läuft der Krieg in der Ukraine. In der Talksendung von Sandra Maischberger zog Wladimir Klitschko eine Bilanz – und zeigte sich in einer Szene besonders emotional.
Eines wollte Wladimir Klitschko im Gespräch mit Sandra Maischberger klarstellen: „Die Opfer sind nur auf ukrainischer Seite.“ Zuvor hatte die Talkshow-Moderatorin die vielen Todesopfer des Ukraine-Krieges sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite beklagt.
Das wollte Klitschko jedoch nicht gelten lassen. „Wenn man mit Waffen kommt, wie das die russische Armee gemacht hat, dann wird man natürlich auch durch Waffen fallen.“
Ein Jahr ist es her, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seine Truppen in die Ukraine einmarschieren ließ. „Der Krieg hat jeden von uns verändert“, so Klitschko. „Was ich in den ersten Tagen gesehen habe, war nicht mit Worten zu beschreiben.“ Die Bilder würden ihm für immer im Kopf bleiben.
Der ehemalige Box-Weltmeister erzählte von ermordeten, vergewaltigten und misshandelten Zivilisten. Solche Erlebnisse seien mit Worten nicht zu beschreiben. Und trotzdem gibt sich Klitschko auch optimistisch. „Jeder Krieg hat einen Anfang, einen Durchbruch und ein Ende. Ich glaube, dass wir an einem Durchbruch stehen.“
Wenn man den Durchbruch geschafft habe, sei das Ende des Krieges nah. Allerdings sei die Ukraine dazu auf die Hilfe der westlichen Partnerstaaten angewiesen. „Die ukrainischen Streitkräfte machen alles, damit die Russen nicht weiter nach Westen kommen. Deswegen brauchen wir auch die weitere Unterstützung, humanitär genauso wie militärisch.“
Wenn dies nicht passiere, dann werde Russland die Ukraine einnehmen und seine Gebietsansprüche ausweiten, vermutet der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko. „Wir werden nicht die Ersten und nicht die Letzten sein.“ Die Russen müssten verstehen, dass der von Putin begonnene Krieg sinnlos sei.
In diesem Zusammenhang kam Klitschko auf seinen Vater zu sprechen, der ukrainischer Offizier war und 2011 im Alter von 64 Jahren verstarb. „Er war Ukrainer durch und durch, aber ich muss sagen, dass er von der sowjetischen Propaganda genauso beeinflusst war, wie die Russen es heute sind.“ Als sein Vater zum ersten Mal in die USA gereist sei, habe er die westliche Freiheit gespürt. „Er war sehr beeindruckt und hat natürlich verstanden, dass alles, was vorher war, eine Riesenlüge war.“
Diesen Gesprächsfaden nahm Moderatorin Maischberger auf. „Wir haben ein Video von 1999 gefunden, wo ihr Vater sagt, was er sich von Ihrer Zukunft und der Zukunft Ihres Bruders wünscht.“ In dem Beitrag sagt Wladimir R. Klitschko: „Meine Söhne haben immer sehr stark an ihrem Willen gearbeitet. Ich habe ihnen immer gesagt: Das Wichtigste ist der Wille zum Sieg. Egal, was passiert. Du musst immer ein Ziel vor Augen haben und versuchen, es zu erreichen. Gleichgültig, wie schwer der Kampf auch wird.“
Nach dem Einspieler zeigte sich Klitschko sichtlich ergriffen. „Ich bin beeindruckt. Ich habe es nicht mal gesehen. Danke für die Bilder und diese schöne kurze Erinnerung.“
Hiernach richtete der ehemalige Box-Weltmeister eine „Bitte an die freie Welt“. „Bitte glauben Sie an uns, an die Ukraine. Wir haben den Willen. Der Wille ist die stärkste Kraft, die ein Mensch hat. Wir wissen, wer der Gegner ist. Wir glauben an uns selbst. Es ist enorm wichtig, die Ukraine heute zu unterstützen.“