Bauausschuss stimmt dafür Wohnungen statt Parkhaus am Auricher Georgswall
Alexandra Busch-Maaß stellte am Mittwoch eine Alternative zum bisherigen Plan für das Eckgrundstück an der Osterstraße vor. Und bei ihrer Idee hat die Stadtbaurätin auch ein anderes Projekt im Blick.
Aurich - Eine autofreie Flaniermeile mit Parkhaus auf der Ecke zur Osterstraße – das war lange Zeit der Plan für den Auricher Georgswall. Dieses Vorhaben scheint nun jedoch bald der Vergangenheit anzugehören.
Denn die Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß stellte am Mittwoch im Bauausschuss eine andere Idee vor – und überzeugte die Politiker. Der Ausschuss sprach sich mit großer Mehrheit dafür aus, diesem Vorschlag zu folgen. Anstelle eines privatbetriebenen Parkhauses soll auf dem Eckgrundstück an der Osterstraße eine Kombination aus Parken und Wohnen entstehen. Anders als bei der Planung mit dem Parkhaus sollen die bestehenden Parkplätze am Georgswall erhalten bleiben.
Noch kein Kaufvertrag mit Investor
Bei einem Interessenbekundungsverfahren hatte ein Investor sich nicht nur für das Eckgrundstück, auf dem einmal das Parkhaus stehen sollte, sondern auch für die zwei daneben liegenden Grundstücke beworben.
Im Februar 2021 entschied der Auricher Stadtrat, alle drei Grundstücke an ihn zu verkaufen. Doch seitdem ist dort nur wenig geschehen. Die Grundstücksverhandlungen seien bislang nicht zum Abschluss gekommen, so die Stadtbaurätin. Nun soll ein neues Interessenbekundungsverfahren ausgeschrieben und der Bebauungsplan erneuert werden.
Bewerber sollen schnell gefunden werden
Alexandra Busch-Maaß hofft, mit dem neuen Vorhaben mehr und vor allem schneller Bewerber für das Projekt zu gewinnen. Denn: „Ein Parkhaus ist kein Highlight für einen Investor“, wie auch Richard Rokicki (AWG) am Mittwoch sagte.
Auch bei Gila Altmann (Bündnis 90/Grüne) kam der Vorschlag gut an. „Die alte Auricher Bebauung braucht eine Antwort auf der anderen Seite“, sagte sie mit Blick auf die gegenüberliegenden Gebäude am Georgswall. Ein Parkhaus würde nicht der Belebung der Innenstadt dienen, so Gila Altmann.
Neue Kunstschule im Blick
Mit der Kombination aus Wohnen und Parken soll auch die Ausweitung des Wohnens in den Randbereichen der Altstadt und somit ein Ziel der Altstadtsanierung erreicht werden.
Ein weiterer Punkt, der laut der Auricher Stadtbaurätin für ihre Idee spricht: Das bisher geplante Parkhaus würde das neue Gebäude der Kunstschule „erdrücken“, so Alexandra Busch-Maaß. Denn das Gebäude wäre in Richtung des Georgswalls 8,5 Meter und zur Osterstraße 10,5 Meter hoch. Zudem sei der Standort eine „sehr repräsentative Ecke“ der Stadt, so die Stadtbaurätin.
Aus für die Flaniermeile
Damit der Vorschlag der Stadtbaurätin Realität wird und die Planungen zum Parkhaus endgültig der Vergangenheit angehören, muss noch der Auricher Stadtrat zustimmen.
Die Konsequenz aus dieser Entscheidung wäre: „Die Flaniermeile am Georgswall ist dann endgültig gestorben“, so Bodo Bargmann (CDU) am Mittwoch.