Norder Amok-Fehlalarm  Eine technische Störung und keine Panik

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 22.02.2023 16:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Norder Außenstelle der KGS Hage-Norden kam es am Montag zu einem Amok-Fehlalarm. Foto: Rebecca Kresse
An der Norder Außenstelle der KGS Hage-Norden kam es am Montag zu einem Amok-Fehlalarm. Foto: Rebecca Kresse
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Der Amok-Fehlalarm an der KGS Norden wurde durch einen technischen Fehler ausgelöst. Schulleiterin Silke Kölber lobt Kollegen und Schüler – und wendet sich gegen Panikmache.

Norden - Etwas Ruhe ist nach dem Amok-Fehlalarm in der KGS Norden eingekehrt. Am Mittwoch fand zum ersten Mal wieder Unterricht statt, nachdem am Montagnachmittag in der Norder Außenstelle der Schule der Alarm durch einen Softwarefehler ausgelöst worden war. „Es war eine technische Störung, die durch einen Techniker am Dienstag behoben worden ist“, sagt Silke Kölber, Leiterin der KGS Hage-Norden, auf Anfrage.

Für den Start am Mittwochmorgen hatte die Schule den Stundenplan umgestellt. Es sollte sichergestellt sein, dass alle Klassen in der ersten Stunde bei ihren Klassenlehrern Unterricht haben. „So konnten die Geschehnisse zunächst aufgearbeitet werden, ehe es im normalen Schulalltag weitergeht.“ Zusätzlich sei am Mittwoch eine Schulpsychologin im Haus gewesen für den Fall, dass Schüler Gesprächsbedarf nach dem Fehlalarm haben sollten.

Panikmache über Facebook

Das sei aber gar nicht in großem Maße der Fall gewesen. Die meisten Schüler wollten wieder zum Alltag übergehen, so Kölber. Sie wolle das Geschehene nicht kleinreden. „Aber es war auch nur ein Fehlalarm.“ Es hätte ja weitaus Schlimmeres passieren können.

Kölber lobt das Verhalten sowohl der Schüler wie auch der Lehrer während des Alarms am Montagnachmittag. „Die Schüler waren nicht in Panik, haben sich im Schulgebäude ruhig und gesittet verhalten“, widerspricht Kölber anderslautenden Berichten. Zitternde und verängstigte Kinder, die in einem Pressebericht beschrieben wurden, habe es nicht gegeben. Es habe nach ihrer Kenntnis auch niemand Mobiliar vor den Türen der Klassenzimmer gestapelt. „Das ist erstunken und erlogen.“ Sie habe auch noch keine Whatsapp-Bilder gesehen, die Barrikaden zeigen. Kölber spricht in dem Zusammenhang von Panikmache, die auch über Facebookseiten betrieben worden sei.

Polizei wurde ohne Zeitverlust alarmiert

Und es wäre auch nicht besonders sinnvoll, denn die Türen der Räume gingen nach außen auf. Einen Angreifer, der von außen komme, könne man so daher nicht aufhalten. Hilfreicher seien da die Türknäufe, die seit Jahren außen an den Türen befestigt seien. Ohne Schlüssel könne sich dadurch niemand so einfach Zutritt zu einem Klassenraum verschaffen.

Rückblickend hält die Schulleiterin fest, dass das Notfallkonzept der Schule funktioniert habe. Wie vorgesehen hätten die Lehrer die Kinder in den Klassenräumen versammelt, die Türen verschlossen und die Schüler von den Fenstern ferngehalten. Es sei richtig, dass die Polizei nicht automatisch alarmiert worden sei. „Es ist aber falsch, dass dadurch Zeit verloren gegangen sei“, so Kölber. Sie selbst sei zum Zeitpunkt des Fehlalarms in der Hauptstelle in Hage gewesen und habe mit ihrer Stellvertreterin Ina Franke in Norden telefoniert. „Als der Alarm ertönte, haben wir das Gespräch sofort beendet und Frau Franke hat unverzüglich die Polizei verständigt.“ Dabei sei keine Zeit verloren gegangen.

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