Hannover  Letzter „Corona-Rabatt“ an Schulen: Welche Prüfungen leichter werden

Lars Laue
|
Von Lars Laue
| 20.02.2023 13:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Aufgrund der Einschränkungen und Belastungen durch die Corona-Pandemie gibt es auch für die Prüfungsjahrgänge in diesem Schuljahr spezifische Erleichterungen für die Schulabschlüsse im Sekundarbereich I sowie für die Abiturprüfung. Foto: Sina Schuldt/dpa
Aufgrund der Einschränkungen und Belastungen durch die Corona-Pandemie gibt es auch für die Prüfungsjahrgänge in diesem Schuljahr spezifische Erleichterungen für die Schulabschlüsse im Sekundarbereich I sowie für die Abiturprüfung. Foto: Sina Schuldt/dpa
Artikel teilen:

In wenigen Wochen geht es für Schüler in den Abschlussklassen in die heiße Prüfungsphase. Letztmalig gibt es wegen Corona einige Erleichterungen.

Corona hat für die Schüler in den Abschlussklassen auch was Gutes: Manche Prüfung wird etwas leichter. Unsere Übersicht zeigt, wo es ein wenig „Rabatt“ gibt.

Für die Abschlussprüfungen im Sekundarbereich I bedeutet das, dass Erleichterungen im Lehrplan für die achten, neunten und zehnten Jahrgänge bei den zentralen Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen in diesem Schuljahr und bis zum Schuljahr 2024/2025 berücksichtigt werden. Mit anderen Worten: Was nicht so im Fokus stand, kommt in den Prüfungen auch nicht dran.

Überdies wurden den Schulen laut Kultusministerium erneut „detailliertere Themenhinweise“ für die zentralen Abschlussarbeiten zur Verfügung gestellt, um die Schüler mit Blick auf die Prüfungen gezielt vorbereiten zu können.

In den schriftlichen Prüfungen für das Fach Englisch wird zudem auf den Prüfungsteil „Mediation“ (Sprachmittlung) verzichtet. Die Schüler müssen also in der Prüfung nicht mehr den Inhalt eines deutschen Textes auf Englisch wiedergeben und haben dadurch mehr Zeit für die schriftlichen und mündlichen Prüfungsteile.

Außerdem wird die mündliche Prüfung in einem weiteren Fach auch in diesem Jahr als freiwillige Option angeboten. Heißt: Die Schüler können diese Prüfung ablegen, wenn sie sich verbessern wollen, es besteht aber keine Pflicht.

Für das Zentralabitur in diesem Jahr sind nach Angaben des Kultusministeriums folgende erleichternde Maßnahmen vorgesehen:

Die thematischen Hinweise für die einzelnen Prüfungsfächer wurden seitens des Landes im Juni 2022 noch einmal auf die aktuelle Situation hin überprüft und in der Regel reduziert. Da die Hinweise weit im Voraus veröffentlicht werden, wissen die Lehrer, was sie unbedingt im Unterricht behandeln sollten und was im Zweifel auch kürzer gefasst oder ganz weggelassen werden kann.

Ganz wichtig: Im Zentralabitur 2023 wird – wie in den zurückliegenden beiden Corona-Prüfungsjahrgängen – ein zusätzlicher Aufgabenvorschlag je Fach und Niveaustufe zur Auswahl durch die unterrichtenden Lehrkräfte vorgelegt. So können die Lehrer also eine Vorauswahl treffen, denn vor Corona gab es lediglich zwei Aufgabenvorschläge vom Land, von denen die Schüler einen aussuchen und bearbeiten mussten. Nun gibt es drei Vorschläge, von denen die Lehrkraft, die weiß, was im Unterricht behandelt wurde, einen aussortiert und zwei an die Schüler zur Auswahl weitergibt.

Sowohl für das grundlegende als auch für das erhöhte Anforderungsniveau wurden laut Kultusministerium konkrete inhaltliche Reduzierungen vorgenommen, allerdings in geringerem Umfang als in den Jahren zuvor.

Für das grundlegende Anforderungsniveau können die Prüflinge im Wahlteil durch eine entsprechende Auswahl das Sachgebiet Stochastik oder die analytische Geometrie/lineare Algebra vermeiden. Da der Pflichtteil aber Aufgaben aus allen drei Sachgebieten enthält, sind für Prüflinge an allgemeinbildenden Schulen – anders als in den Jahren zuvor – alle drei Sachgebiete prüfungsrelevant.

Für den Wahlteil gilt übrigens auch, dass wie in den vorhergehenden Jahren in jedem Sachgebiet drei statt zwei Aufgaben vom Land kommen, von denen der Lehrer wiederum eine aussortiert und zwei Aufgaben zur Auswahl an die Schüler weitergibt.

Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen zu den schriftlichen Mathe-Abiturprüfungen im vergangenen Jahr, in der vielfach der Zeitmangel beklagt wurde, wird die Prüfungszeit in diesem Jahr auf beiden Niveaustufen automatisch um 30 Minuten verlängert.

„Mit diesem Maßnahmenkatalog werden den niedersächsischen Prüflingen somit auch im Jahr 2023 faire und der Gesamtlage angemessene Prüfungsvoraussetzungen eingeräumt“, findet das Kultusministerium, und die zuständige Ministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) betont: „Es ist mit Blick auf die Belastungen und auch Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nur konsequent, die besonderen Umstände auch bei der Prüfungsausgestaltung zu berücksichtigen.“ Gleichzeitig stellt Hamburg klar: „Es wird glücklicherweise auch das letzte Jahr sein, in dem wir zu solchen Maßnahmen greifen müssen.“

Ähnliche Artikel