Hamburg  Frau aus Polen behauptet: Ich bin die verschwundene Maddie McCann

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 20.02.2023 13:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Madeleine McCann verschwand vor 16 Jahren. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen. Foto: dpa/epa Lusa/Luis Forra
Madeleine McCann verschwand vor 16 Jahren. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen. Foto: dpa/epa Lusa/Luis Forra
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Vor rund 16 Jahren verschwand Madeleine McCann. Seitdem hat der „Fall Maddie“ viele Wendungen genommen. Nun behauptet eine junge Frau aus Polen, sie sei das verschwundene Mädchen. Maddies Eltern wollen dies angeblich prüfen lassen.

Am 23. Mai 2007 verschwand die damals dreijährige Madeleine McCann während des Urlaubs in Portugal. Am Tag ihres Verschwindens hatte die Eltern Maddie und ihre beiden Geschwister in der Ferienwohnung zurückgelassen, um sich mit Freunden zum Abendessen zu treffen.

Als die Eltern das Verschwinden ihrer Tochter bemerkten, verständigten sie die portugiesische Polizei. Bis heute ist Maddie nicht gefunden. Ermittler vermuten, dass sie ermordet wurde. Nun behauptet eine 21-jährige Frau aus Polen, sie sei das britische Mädchen.

Lesen Sie auch: Ist die Polin Maddie McCann? Laut Gesichtserkennung ist der DNA-Test überflüssig

Auf ihrem Instagram-Account „iammadeleinemccann“ („Ich bin Madeleine McCann“) listet die Frau namens Julia W. mutmaßliche Hinweise auf. In der Profilbeschreibung schreibt sie: „Helfen Sie mir, ich muss mit Kate und Gerry McCann (Eltern von Maddie, Anm. d. Red.) sprechen. Ich glaube, ich könnte Madeleine sein.“

In der Vergangenheit gab es immer wieder junge Frauen, die behaupteten, Maddie zu sein. Im vorliegenden Fall legt die vermeintliche Vermisste jedoch besonders viele mutmaßliche Beweise vor, sodass ihr mehr als eine halbe Million Instagram-Nutzer folgen.

In mehreren Postings erzählt Julia, warum sie denkt, dass sie Madeleine McCann sein könnte. So hätte ihre Familie immer nur schemenhafte Andeutungen über ihre Kindheit gemacht, zudem gebe es keinerlei Fotos, die sie als junges Mädchen zeigen. Darüber hinaus hätten sowohl Julia als auch Maddie einen ähnlichen Fleck in einem Auge sowie ein identisches Muttermal.

In einem anderen Posting berichtet Julia von ihren Erinnerungen an einen Urlaub. „Ich erinnere mich nicht an den größten Teil meiner Kindheit. Aber meine früheste Erinnerung ist sehr stark und es geht um Ferien an einem heißen Ort, wo es einen Strand und weiße oder sehr helle Gebäude mit Wohnungen gab.“

Mittlerweile sollen Maddies Eltern tatsächlich einem DNA-Test zugestimmt haben – behauptet Julia. Am Montag schrieb sie auf ihrem Instagram-Profil: „Kate und Gerry McCann stimmen einem DNA-Test zu!“. Laut unbestätigten britischen und spanischen Medienberichten soll ein Mitglied der Familie McCann Julia kontaktiert haben. Bislang haben die McCanns keine eigene Stellungnahme veröffentlicht.

Sergej Maier, Mitglied des RTL-Verifizierungsteam, erklärte gegenüber dem Fernsehsender, er halte es für unwahrscheinlich, dass es sich bei der jungen Frau tatsächlich um Maddie handelt. Es sei verdächtig, dass der Instagram-Account erst vor wenigen Tagen mit Bildmaterial bestückt worden sei. Darüber hinaus sollen bei den Bildvergleichen Fotos mit unterschiedlichen Menschen gezeigt worden sein und nicht nur mit einem Mensch.

Ein Psychologe erklärte auf Anfrage von RTL, er glaube an Julia W. „eine gewisse seelische Verwirrung“ zu sehen. „Die Betreffende äußert an verschiedenen Stellen, selbst nicht genau zu wissen, wer sie ist.“ Er würde der Frau „psychotherapeutische Hilfestellung beim Auffinden der eigenen biografischen Wurzeln“ raten.

Der Fall um die verschwundene Maddie hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Wendungen genommen. Mittlerweile sind sich die Behörden sicher, dass das Mädchen getötet wurde. Viele Ermittler vermuten dahinter den deutschen Straftäter Christian B., der zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden an der portugiesischen Algarve gewohnt haben soll. Momentan sitzt B. wegen Vergewaltigung im Gefängnis.

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