Rostock Hansa-Rostock-Fans eskalieren: Jugendteam attackiert, Pyro gezündet, Autos und Busse beschädigt
Junge Fußballer wurden angegriffen, mehrere Fahrzeuge in der Nähe des Stadions beschädigt und auch das Duell musste unterbrochen werden – zahlreiche Szenen beschäftigten Polizisten rund um das Spiel des FC Hansa Rostock. Das war passiert.
Das Fußballspiel wurde wieder einmal zur Nebensache: Hässliche Szenen spielten sich am Sonnabend am Rande des Duells des FC Hansa Rostock gegen SV Darmstadt 98 ab. Mehrfach eskalierten Situationen und sorgten für den Einsatz von 650 Beamte der Landespolizei sowie der Bundespolizei. So auch vor dem Beginn der Partie, als zehn bislang unbekannte Tatverdächtige Spieler einer schwedischen Fußball-Jugendmannschaft attackierten. Die Täter flüchteten nach dem Übergriff, der laut Polizei in einem Discounter in Stadionnähe erfolgt sein soll.
Auch während des Spiels waren die Polizisten gefragt. Unter anderem in der ersten Halbzeit, als mehrere Täter auf der Südtribüne Pyrotechnik – sogenannte Nebeltöpfe und Bengalos – zündeten. Der Innenraum des Ostseestadions war danach mehrere Minuten in dichte Rauchschwaden gehüllt, weshalb der Schiedsrichter die Begegnung kurzzeitig unterbrach. Um nicht identifiziert werden zu können, hatten sich die Täter zuvor offenbar vermummt. Dennoch ermittelt nun die Polizei gegen die Verdächtigen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.
Nach Spielende und dem erfolgreichen Auftritt der Darmstädter, die 1:0 gegen FC Hansa gewannen, zeigten sich die nächsten unschönen Bilder: Unbekannte hatten mehrere Fahrzeuge, die im Stadionumfeld abgestellt worden waren, aufgebrochen.
Darüber hinaus wurden während des Rücktransfers der Gästefans zum Rostocker Hauptbahnhof zwei Shuttlebusse der RSAG sowie zwei Polizeiwagen durch bislang ebenfalls unbekannte Tatverdächtige mit Steinen beworfen und beschädigt. Die Täter sollen den Bussen im Bereich des Südrings auf Höhe der Mensa aufgelauert haben. Als die Gruppe die Busse erkannte, trat sie aus einem Gebüsch und attackierte die Fahrzeuge.
Am Bahnhof wurde der Schaden auch durch die Kriminalpolizei begutachtet und aufgenommen. Unter anderem wurden Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Verstöße gegen das Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.