Berlin  TV-Gage: Klaas Heufer-Umlauf lacht über seinen Marktwert ohne Joko

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 15.02.2023 15:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Wässriger Auftritt: Klaas Heufer-Umlauf erprobt sich in Frank Schätzings „Der Schwarm“ als Schauspieler. Foto: ZDF und Andreas Franke
Wässriger Auftritt: Klaas Heufer-Umlauf erprobt sich in Frank Schätzings „Der Schwarm“ als Schauspieler. Foto: ZDF und Andreas Franke
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Klaas Heufer-Umlauf gehört zu den Stars in der Verfilmung von Frank Schätzings „Der Schwarm“. Die ZDF-Produktion gilt als teuerste deutsche Serie. Im Interview stellt der Entertainer klar: „Für mich haben sie das ganze Geld nicht ausgegeben.“

Die Berlinale zeigt auch Serien; zu den Highlights der Serien-Sektion gehört die ZDF-Verfilmung von Frank Schätzings „Der Schwarm“. Einer der Stars ist Klaas Heufer-Umlauf. Im Interview spricht er über seine Gagen bei Auftritten mit und ohne Joko Winterscheidt und klärt, wo er den schöneren Filmtod stirbt – im „Schwarm“? Oder bei seinem Gastauftritt in „Sharknado 5“?

Frage: Herr Heufer-Umlauf, das ZDF beschreibt Ihre Figur im „Schwarm“ als den „charmanten und stets zu Späßen aufgelegten Tiefseetauchbootführer Luther Roscovitz“. Auf den Leib geschneidert, oder?

Antwort: Eben. Jeder weiß, dass auch ich charmant, stets zu Späßen aufgelegt und ein versierter Tauchrobotik-Experte bin.

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Frage: Wo sterben Sie den schöneren Filmtod? Im „Schwarm“ oder in „Sharknado 5“?

Antwort: „Sharknado 5“ war schöner; da verging die Zeit vom Dreh bis zum fertiggestellten Special-Effects-Bild auch viel schneller. Beim „Schwarm“ haben sich schon mehr Mühe gegeben. Der Abgang in „Sharknado“ ist auf jeden Fall ein spektakulärer – wobei ich nicht ausplaudern darf, was mir wohl diesmal geschieht oder ob überhaupt.

Frage: Spielen Sie Ihre letzte Szene denn selbst oder kommt da ein Stuntman?

Antwort: Nein, das macht in meinem Fall Tom Cruise. Der kann das gut. Zum Einleuchten kam extra Elyas M‘Barek vorbei. An dieser Stelle nochmal danke.

Frage: Zu den tollsten Requisiten aus „Der Schwarm“ gehören monsterartige Eiswürmer. Hatten Sie Gelegenheit, einen mitgehen zu lassen?

Antwort: Ich klaue nicht. Schon wenn man die Dinge geschenkt kriegt, wird man als Prominenter mit peinlichen Sachen im Gepäck überrascht, zum Beispiel mit einer Rolex vom Emir von Katar. Da will ich mich nicht auch noch für einen Eiswurm mit dem deutschen Zoll rumschlagen. Die Würmer sind alle noch da. Aber ich habe sie mir ganz genau angeguckt. Es stimmt schon: Wer weiß, was da unten alles ist. Man weiß nie, was einem an Tiefseeviechern noch alles entgegenkommt.

Frage: Diese Würmer immerhin gibt es wirklich, und sie sind sogar etwa so groß wie in der Serie. Ich habe die Meeresbiologin Antje Boetius extra gefragt.

Antwort: Ich habe sie auch gesprochen, weil mich das privat total interessiert. Es ist doch faszinierend, dass man überhaupt nicht weiß, was da unten los ist. Und man tut irgendwie so, als sei das nicht wichtig. Ich habe Antje Boetius gefragt, wie das ist, wenn man da runtertaucht. Wie oft findet man wirklich eine neue Spezies? Und sie sagt: „Jedes Mal.” Während Alexander Humboldt hier oben auf der Erde alles abgegrast hat und danach auch nicht viel Neues, Spannendes mehr kam, hat so eine Expedition in die Tiefsee jedes Mal wahnsinnige Auswirkungen. Wissen wir mit Sicherheit, ob es den Megalodon nicht doch noch gibt? Ich wäre mir nicht so sicher.

Hier sehen Sie den Trailer zu Frank Schätzings „Der Schwarm“:

Frage: Haben Sie auch mit dem Produzenten Frank Doelger gesprochen? Vielleicht über seine Zeit bei „Game of Thrones“?

Antwort: Vor „Game of Thrones“ hatte er die Serie „Rome“ gedreht. Da hat er in Rom immer ganz lange in den tollsten Hotels gewohnt. Ich habe gefragt, wie man mit so einem Schicksalsschlag zurechtkommt. Und er hat mir erzählt, wie man da immer so sitzt und ganz viel Carbonara essen und immer Espresso trinken muss, hier noch einen Martini, da einen Ramazzotti hinterher. Das ist schon hart.

Frage: Aber den „Schwarm“ haben Sie doch jetzt selbst in Rom gedreht. Mit Ihrem Kollegen Oliver Masucci haben Sie vermutlich genauso gefeiert.

Antwort: Ja, das stimmt. Wir mussten uns ja auch erst kennenlernen. Er war ja der Kapitän und ich so ein Bootsheini. Es war schon schön in Rom. Tagsüber haben wir die Katastrophe gespielt, uns dicke Pullover angezogen und so getan, als wären wir auf dem Eismeer, und abends saßen wir in Trastevere und haben den Rotwein durchprobiert.

Frage: Dem „Spiegel“ hat Frank Doelger gesagt: „Ich habe auf eine Menge meiner Wunsch-Schauspieler verzichtet. Sie waren einfach zu teuer.“

Antwort: Und da komme ich ins Spiel.

Frage: Wie preiswert sind Sie denn zu haben?

Antwort: Teilweise hätte ich auch draufgezahlt. Gerade einzeln bin ich ja noch mal wesentlich günstiger. Ohne Joko besteht Marktwertabfall, der eklatant ist. Ich bin da extrem kosteneffektiv. Dem „Schwarm“ fällt sein gewaltiges Budget ja schon als großer Schatten voraus. Für mich haben sie das ganze Geld jedenfalls nicht ausgegeben.

Frage: Hat Joko Winterscheidt überhaupt Schauspielambitionen oder macht der nur mal einen Gastauftritt?

Antwort: Also, zum Geldverdienen reicht es für uns beide nicht.

War „Sharknado 5“ vielleicht doch besser als „Der Schwarm“? Zum Trailer:

Frage: Dass man Sie aus Shows kennt, kann einer Rolle auch schaden. Haben Sie daran gearbeitet, Ihre Prominenz wegzuinszenieren?

Antwort: Das ist da gar nicht notwendig. Bei „Der Schwarm“ haben wir Schauspieler aus zwölf verschiedenen Ländern und die Serie läuft auf der ganzen Welt. In den meisten Ländern bin gar nicht ich bekannt, sondern irgendjemand anderes.

Frage: Vielleicht ist Ihr Bekanntheitsgrad schon beim ZDF nicht mehr so hoch. Der Sender hat in Deutschland die ältesten Zuschauer; womöglich gibt es auch hier Leute, die Sie noch gar nicht kennen.

Antwort: Es gibt diese Leute wirklich und sie sind nur zu beneiden. Der durchschnittliche ZDF-Zuschauer ist 65 Jahre alt, also wenig Junge und nach oben hin ist da auch nicht mehr viel Luft. Das stimmt. Dadurch habe ich beim ZDF eine größere Bewegungsfreiheit. Als unbeschriebenes Blatt kann ich bei den Omas noch alles werden, was ich mir jemals vorgestellt habe.

Sendetermine: „Der Schwarm“. Das ZDF zeigt die Miniserie in acht Folgen ab Montag, 6. März 2023, 20.15 Uhr. In der ZDF-Mediathek ist die internationale Ko-Produktion schon ab Mittwoch, 22. Februar 2023, 10.00 Uhr, zu sehen.

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