Wallinghausener Wald  Ein sauber gefegter Trimm-Dich-Pfad

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 17.02.2023 07:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Entlang des Trimm-Dich-Pfades gibt es kein Laub auf dem Weg. Foto: Heino Hermanns
Entlang des Trimm-Dich-Pfades gibt es kein Laub auf dem Weg. Foto: Heino Hermanns
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Seit 30 Jahren gibt es den Trimm-Dich-Pfad im Wallinghausener Wald. Eine Neuerung stört nun Naturfreunde.

Aurich - Im Jahr 1966 sang Horst Muys im Kölner Karneval „Auf die Bäume, ihr Affen, der Wald wird gefegt“. Der Titel ist zum geflügelten Wort geworden, der einem beim Gang durch den Wallinghausener Wald durchaus in den Sinn kommen kann. Denn der Trimm-Dich-Pfad ist in der Tat sauber gefegt, wie ein ON-Leser beobachtet hat. Verständnis für die Aktion bringt er nicht auf. Im sauberen Pfad sieht er einen unnötigen Eingriff in die Natur. Es sei ein Irrsinn, im Wald Blätter harken zu wollen.

Mit dem Schlepper und einer Bürste wird der Waldweg gereinigt. Foto: Heino Hermanns
Mit dem Schlepper und einer Bürste wird der Waldweg gereinigt. Foto: Heino Hermanns

Eine Einschätzung, der die Auricher Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß widerspricht. Seit rund 30 Jahren gebe es einen Vertrag mit den Niedersächsischen Landesforsten. Darin werde der Stadt die Nutzung des 2,7 Kilometer langen Weges als Trimm-dich-Pfad erlaubt. Im Gegenzug verpflichte sich die Stadt Aurich, die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen, wenn der Weg gut genutzt werden sollte.

Betriebshof entfernt auch Totholz aus den Bäumen

Das aber ist der Fall, wie Betriebshofleiter Jörg Iwwerks auf ON-Anfrage bestätigt. Und aus diesem Grund fahre der Auricher Betriebshof mit einem Schlepper, der mit einer Bürste bewaffnet ist, diesen Weg einmal im Jahr ab. „Das geht ganz schnell und stört auch niemanden.“ Zugleich würden die Bäume entlang des Pfades auf Totholz geprüft. „Dabei geben die Mitarbeiter des Betriebshofes sich viel Mühe“, sagt Iwwerks. Er betont, dass seine Kollegen nur einer gesetzlichen Pflicht nachkommen würden. „Wir fahren nicht mit dem Traktor durch den Wald, weil es so viel Spaß macht.“

Die übrigen Wege bleiben unberührt. Foto. Heino Hermanns
Die übrigen Wege bleiben unberührt. Foto. Heino Hermanns

Die regelmäßige Reinigung des Waldwegs mit den Sportgeräten gab es bis vor drei Jahren nicht. Im November 2020 wies Läufer Fidi Gerdes aus Südbrookmerland auf die Gefahren hin, die von der dicken Laubschicht entlang des Trimm-Dich-Pfades ausgehe. Damals rückte der Bauhof nur im Notfall aus, um die gefährlichsten Stellen im Wald zu reinigen. Zu Wort meldete sich seinerzeit im Ortsrat auch eine Rentnerin, die auf nassem Laub ausgerutscht war. In der Folge begann der Betriebshof mit der regelmäßigen Reinigung des Weges.

Naturfreunde kommen im Wallinghausener Wald aber weiterhin auf ihre Kosten: Die Wege, an denen es keine Sportgeräte gibt, werden auch nicht gefegt. Dort gibt es weiterhin viel Laub.

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