Delmenhorst Nach Kopfschuss in Delmenhorst: Mordkommission ermittelt
Nach dem Kopfschuss auf eine Frau an der Moltkestraße in Delmenhorst am vergangenen Freitag übernimmt nun die Mordkommission und schickt Taucher in die Graft. Das ist der aktuelle Ermittlungsstand am Montag nach der Tat.
Eine 35-jährige Delmenhorsterin ist am Freitagnachmittag in ihrem Auto angeschossen worden. Sie erlitt eine schwere Verletzung am Kopf und wurde im Krankenhaus operiert. Ein Tatverdächtiger wurde am Samstag aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen. Jetzt hat die Mordkommission übernommen und eine Suchaktion mit Tauchern und weiteren Kräften in der Graft gestartet.
Polizeisprecherin Ronja Weser berichtet, dass an diesem Montag eine Mordkommission eingerichtet wurde, um zu dem versuchten Tötungsdelikt zu ermitteln. Sie sagt:
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen waren am Montagmittag Polizeitaucher in den Graftanlagen im Einsatz, die den Grund der Graftringe absuchten. Polizeisprecherin Weser bestätigte, dass der Einsatz mit der Bluttat am Freitag zusammenhängt. Kurze Zeit später waren weitere Polizisten im Umfeld der Graft zu beobachten, die auch zahlreiche Gebüsche und Hecken im Delmenhorster Stadtpark durchsuchten. Ob die Ermittler die Tatwaffe oder einen anderen Gegenstand in den Graftanlagen vermuteten, darüber machte Weser auch auf Nachfrage keine Angaben.
Der dringende Tatverdacht gegen einen 41-Jährigen, der kurz nach der Tat festgenommen werden konnte, ließ sich nicht erhärten und der Verdächtige wurde bereits am frühen Samstagabend aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen, so Polizeisprecherin Weser.
Es soll sich bei der Tat um einen versuchten Ehrenmord handeln, die Polizei macht dazu und zu der Herkunft des Tatverdächtigen bislang jedoch keine Angaben.
Das Projektil durchschlug zur Tatzeit die Scheibe auf der Fahrerseite und traf das Gesicht der Frau am Steuer. Diese verlor die Kontrolle über ihren BMW und fuhr gegen einen Poller. Ihre drei Kinder im Alter von 8, 10 und 12 Jahren waren laut Polizei mit in dem Auto und blieben körperlich unverletzt. Der Mann der Verletzten sei kurz nach der Tat dazugekommen und die Familie wurde von der Notfallseelsorge betreut.
Zum Zustand der schwer verletzten Frau gab es am Montag keine neuen Angaben. Sie wurde in einem Krankenhaus am Freitagabend notoperiert. Generell erfolgt eine Angabe zum Zustand von Beteiligten durch die Polizei nur, wenn die verletzte Person einen Unfall oder ein Verbrechen nicht überlebt hat.