Annäherung nach Schulstreit  Vorläufiges Ende der Eiszeit

| | 10.02.2023 07:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Außenbereich am IGS-Standort in Moorhusen soll verschönert werden. Foto: Holger Janssen
Der Außenbereich am IGS-Standort in Moorhusen soll verschönert werden. Foto: Holger Janssen
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Nach jüngstem Schulstreit sind Südbrookmerland und Brookmerland wieder um Annäherung bemüht. Ein Reizthema ist ad acta gelegt, ein weiteres aber bleibt.

Brookmerland/Südbrookmerland - Tauwetter vor Frühlingsbeginn: Nachdem das Verhältnis – ganz der Jahreszeit entsprechend – zuletzt eher frostig war, sind die Gemeinde Südbrookmerland und die Samtgemeinde Brookmerland mit Blick auf ihre gemeinsame IGS sichtlich um eine Normalisierung ihrer Beziehung bemüht. Dazu genutzt wurde offenbar auch eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft IGS Marienhafe-Moorhusen am Mittwochabend in Moorhusen.

Es war das erste Treffen des mit Vertretern aus beiden Gemeinden besetzten zwölfköpfigen Gremiums seit rund einem Jahr und seit den Dissonanzen zwischen beiden Schulpartnergemeinden wegen der Außenstelle der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO). Südbrookmerlander Pläne, eine solche in Moordorf zu errichten, hatten in der Nachbargemeinde für Kritik und Unverständnis gesorgt. Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) gab sich verschnupft, sprach von „hausgemachter Konkurrenz“ für die gemeinsame IGS und hielt sogar deren Ende für möglich.

Entscheidung steht

Geändert hat das an der Südbrookmerlander Entscheidung nichts. Auch weil Ihmels Bürgermeister-Kollege Thomas Erdwiens nicht davon ausgeht, dass die Privatschule eine große Konkurrenz zur IGS bilden wird. Der Südbrookmerlander Verwaltungschef geht davon aus, dass die FCSO Schülerinnen und Schüler aus anderen Zielgruppen anziehen werde als die IGS. Auf Nachfrage zeigte sich Erdwiens am Donnerstag erfreut, dass Vertreter beider Kommunen nun wieder an einem Tisch sitzen. Das rund eineinhalbstündige Treffen der Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch sei ein „konstruktiv-harmonisches“ und die Atmosphäre gut gewesen, beschrieb Erdwiens.

Die IGS Marienhafe-Moorhusen hat zwei Standorte. Sitz der Verwaltung und Schulleitung ist in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks
Die IGS Marienhafe-Moorhusen hat zwei Standorte. Sitz der Verwaltung und Schulleitung ist in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks

Das Thema FCSO bezeichnete er im beiderseitigen Verhältnis zwischen Südbrookmerland und Brookmerland als ad acta gelegt. Erdwiens hofft, dass sich beide Seiten jetzt wieder mehr der gemeinsamen Schule widmen. Das sei im vergangenen Jahr eben wegen der beherrschenden FCSO-Debatte zu kurz gekommen. „Nach der Unwucht der letzten Zeit müssen wir wieder an einem Strang ziehen“, sagte der Bürgermeister.

Noch keine neue Vereinbarung

Ob bewusst oder unbewusst – bei dem Treffen am Mittwoch sei die FCSO auch kein Thema gewesen, berichtete Erdwiens. Damit rückt ein weiteres Dauerreizthema, die Zweckvereinbarung für den gemeinsamen Betrieb der IGS Marienhafe-Moorhusen, wieder in den Fokus. Schon seit Langem soll sie erneuert werden. Passiert ist aber bisher nichts. So auch am Mittwoch. Laut Erdwiens war die Vereinbarung ebenfalls kein Thema.

Nicht schlimm sei das, so Erdwiens. Man habe eine bestehende Vereinbarung, die die Grundlage der Zusammenarbeit bilde. Damit sind die Irritationen aber weiterhin nicht ausgeräumt. Zur Erinnerung: Träger der IGS Marienhafe-Moorhusen ist die Samtgemeinde Brookmerland. In der Vergangenheit fühlten sich Politiker in Südbrookmerland immer wieder benachteiligt. In der Folge wurde der Entwurf für eine neue Zweckvereinbarung erarbeitet, in der Arbeitsgemeinschaft vorgestellt, aber bis heute nicht beschlossen.

IGS-Leiter Kai Hoop (links) und Südbrookmerlands Bürgermeister Thomas Erdwiens. Foto: privat
IGS-Leiter Kai Hoop (links) und Südbrookmerlands Bürgermeister Thomas Erdwiens. Foto: privat

„Wir müssen uns jetzt mit aller Kraft wieder unserer IGS widmen“, beschwor Erdwiens. Es gelte, die IGS zu stützen, deren beide Standorte gleichsam zu stärken und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, sagte er und wurde zumindest hinsichtlich eines Standorts doch noch konkret. Der Außenbereich in Moorhusen müsse umgestaltet und so für die Schüler attraktiver werden. „Da muss etwas gemacht werden“, forderte Erdwiens. Zunächst soll dafür der Lehrerparkplatz an den Kuhtrift verlegt und ein neue Parkregelung für Eltern mit einem Halteverbot am Hundertdiematsweg umgesetzt werden.

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