Neubrandenburg/Siegburg Reservisten für Panzerbrigade gesucht: Was hat es mit dem Schreiben auf sich?
Die Bundeswehr ist wohl auf der Suche nach Verstärkung für die Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg. Reservisten haben Post erhalten. Welche Aufgaben sie übernehmen sollen und ob die Aktion etwas mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat.
Die Bundeswehr sucht offenbar ehemalige Soldaten, die sich aktiv in der Reserve betätigen wollen. Zumindest ist gerade ein Schreiben im Umlauf, in dem im Auftrag der Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) nach „geeigneten Reservisten“ geforscht wird, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet.
Konkret heißt es weiter: „Dazu werden Reservisten gesucht, die sich mit ihren Fähigkeiten in den nicht-aktiven Verbänden (Panzergrenadierbatallion 908, Panzerpionierbatallion 803, Versorgungsbataillon 142) mit einbringen möchten.“ Nicht-aktive Verbände bzw. Bataillone sind laut des Reservistenverbandes Ergänzungstruppenteile, die durchweg aus Reservisten bestehen und nur im Ernstfall aktiviert werden, um die Truppe zu unterstützen.
Die Brigade 41 „Vorpommern“, wie sie bezeichnet wird, stellt schwerpunktmäßig Truppen für Einsätze in nationalen und multinationalen Verbänden. Ihr Ziel ist es, im Rahmen der NATO oder der EU, Konflikte zu verhindern sowie Krisen zu bewältigen. Im Falle eines Angriffs, ist es ihre Aufgabe, das Land und NATO-Verbündete zu verteidigen, wie es auf der Seite der Bundeswehr heißt.
Ist das Schreiben ein Scherz? Nein, auf Anfrage der „Frankfurter Rundschau“ habe Oberstabsfeldwebel Metzger, dessen Unterschrift unter dem Schreiben steht, dass das Schreiben von der Bundeswehr kommt und durchaus ernst gemeint ist. Datiert sei es im Übrigen auf den 23. Januar 2023. Eine Antwort werde samt ausgefülltem Fragebogen bis zum 17. Februar erbeten.
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Warum aber wird gerade jetzt nach Reservisten gesucht? Hat es etwas mit dem Krieg in der Ukraine zu tun? Erwartet man gar eine Ausweitung der Kampfhandlungen? Mit der Ausbildung von ukrainischen Soldaten habe der Aufruf jedenfalls nichts zu tun, wie Oberstleutnant und Pressesprecher Christian Schneider für Grundsatzangelegenheiten im Einsatzführungskommando der Bundeswehr sowie für Einsätze und Übungen der Spezialkräfte der „Frankfurter Rundschau“ mitteilte.
Vom Ansprechpartner des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr habe die Zeitung schließlich erfahren, dass man eine Reservistenkompanie aufbauen wolle. Dies sei schon lange in Planung und habe nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun.