Wismar Ist das Boot wirklich voll? Der Überblick für MV mit Grafik
In Nordwestmecklenburg demonstrieren seit Wochen Hunderte gegen ein Containerdorf für 400 Asylbewerber am Rande der Gemeinde Upahl. Aber wie ist überhaupt die Lage in gesamt MV? Wir machen den Vergleich.
Wie sieht die Flüchtlingsverteilung aus in Mecklenburg-Vorpommern? Wie steht es bei den Asylbewerberzahlen? Welcher Kreis hat besonders viele Kapazitäten geschaffen, welcher Landrat ist an das Problem zögerlich herangegangen? Bei den Asylbewerben gibt es große Unterschiede zwischen Vorpommern-Rügen und Nordwestmecklenburg. Bei den Ukraine-Flüchtlingen geht die Spanne von der Seenplatte bis Schwerin, belegen Zahlen aus dem Innenministerium.
Die Demonstrationen in Nordwestmecklenburg gegen ein Containerdorf für 400 Asylbewerber am Ortsrand von Upahl vermitteln seit Wochen den Eindruck, der Landkreis sei besonders betroffen. Am Freitagabend findet eine Bürgerversammlung statt.
4900 Menschen, vor allem aus Syrien, Afghanistan, Türkei, Georgien, Irak, sind 2022 als Asylbewerber nach MV gekommen. Diese Geflüchteten werden nach dem Königsteiner Schlüssel (1,98 Prozent Anteil in MV) auf die Bundesländer verteilt. Sie durchlaufen das Aufnahmeverfahren, in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften (Zahlen in der Grafik aus der Statistik des Ausländerzentralregisters zum 31. Dezember 2022). 80 Prozent der Platzkapazitäten insgesamt im Land sind ausgelastet. Die Zahlen können sich täglich ändern.
Laut Auskunft des Innenministeriums sind derzeit keine Asylbewerber in Hallen oder Massenunterkünften untergebracht. In der Regel handelt es sich um Wohn-, Schulungs- oder Ferienheime bzw. auch um Wohnungen. Während der Kreis Nordwestmecklenburg derzeit eine Gemeinschaftsunterkunft unterhält, sind es im Landkreis Rostock sieben.
Wer aus der Ukraine nach Deutschland kommt, benötigt kein Visum und zunächst auch keinen Aufenthaltstitel. Es gilt die „Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung“. Geflüchtete aus der Ukraine dürfen sich bis zu 90 Tage hierzulande aufhalten. Erst dann brauchen sie einen Aufenthaltstitel. Die sechs Landkreise und zwei kreisfreien Städte stellen mehr als 17.000 Plätze zur Verfügung – in Wohnungen und Notunterkünften. Zentrale Anlaufstelle für ukrainische Geflüchtete ist vor allem die Aufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst. Viele Geflüchtete kommen vorübergehend aber auch bei Freunden und Verwandten unter. In MV leben derzeit 21.645 Geflüchtete aus der Ukraine (31. Januar 2023), schon vor dem Krieg lebten 4400 Ukrainer hier.
Laut Statistik der Vereinten Nationen sind seit Kriegsbeginn 7,6 Millionen Ukrainer als Geflüchtete in Europa registriert, knapp eine Million in Deutschland (Stand Oktober 2022).