Krippen und Horte Gebühren für Kinderbetreuung in Aurich bleiben
Die Auricher Stadtratsfraktion der Linken hat im Sozialausschuss beantragt, zeitweise auf Kita-Gebühren zu verzichten. Warum der Beitrag dennoch bleiben soll, und was das für Eltern bedeutet.
Aurich - 355.980 Euro – so viel würde es die Stadt Aurich kosten, sechs Monate auf die Gebühren für Krippen und Horte zu verzichten. Das zeigte eine Präsentation des Ersten Stadtrats Hardwig Kuiper im Sozialausschuss der Stadt am Dienstagabend.
Eltern durch eine zeitweise Aussetzung zu entlasten, hatten die Auricher Linken beantragt. Doch mit ihrem Vorschlag kamen sie in der Politik nicht durch.
Mutter berichtet von schlechten Erfahrungen
Der Vorsitzende des Auricher Stadtelternrats, Geerd Smidt, betonte in der Sitzung, wie belastet die Auricher momentan seien. Für viele Eltern seien die in allen Lebensbereichen steigenden Kosten ohnehin ein großes Problem. Er habe von Eltern gehört, die es sich nicht mehr leisten könnten, ihr Kind in eine Krippe oder einen Hort zu geben. Es sei eines der Themen, das die Eltern momentan am meisten beschäftige.
Eine Auricher Mutter dreier Kinder kam in der Sitzung am Dienstag zu Wort. Auch wenn sie nun finanziell gut dastehe, habe es eine Zeit gegeben, in der das ganz anders aussah. Weil sie es sich nicht habe leisten können, ihre Kinder in einer Einrichtung betreuen zu lassen, habe sie sie bei Menschen abgeben müssen, die sie kaum kannte. Und damit habe sie sehr schlechte Erfahrungen gemacht, so die Auricherin. Sie betonte, was es für Eltern bedeute, sich die Betreuung der eigenen Kinder nicht mehr leisten zu können.
Doch die Bemühungen des Stadtelternrates und der Mutter aus Aurich stimmten die Politik nicht um. Sie lehnten den Antrag der Linken ab. Das sorgte in der Partei für Verärgerung. „Wenn ihr das Geld mit Händen rausschmeißt, bleibt für Soziales nichts mehr über“, sagte Gerhard Wulff (Die Linke) in Richtung der CDU mit Blick auf die Markthalle.