Auricher Wochenmarkt Kein Platz für Hunde-Leckerli
Das Unternehmen „Knabberland“ will auf ostfriesischen Wochenmärkten zukünftig Hunde-Leckerli aus regionalen Zutaten anbieten. Von der Stadt Aurich gab es im Gegensatz zu Norden jedoch eine Absage.
Aurich - Mit „Knabberland“ hat sich Yvonne Hinrichs einen kleinen Traum erfüllt. Sie baute ein Unternehmen auf und verkauft nun Leckerlis für Hunde und Katzen, hergestellt aus regionalen Zutaten. Ihr Geschäft dazu ist in Apen – etwas weit weg für Auricher. Deswegen wollte sie zukünftig ihre Waren auf dem Auricher Wochenmarkt anbieten. Doch im Gegensatz zu anderen ostfriesischen Städten wie Norden wurde sie in Aurich abgelehnt.
Vor sechs Jahren gründete Yvonne Hinrichs Knabberland. Zu ihrer Familie gehören vier Hunde – beim Futter stellte sie fest, dass es manche Hersteller mit der Qualität nicht so genau nehmen. Für ihre Tiere will sie aber nur das Beste. So entstand die Idee: Selbst die Leckerlis produzieren mit Zutaten von regionalen Anbietern. „Bei kleineren Höfen stehen die Kühe noch auf der Weide. Da ist die Qualität des Fleisches besser“, sagte sie.
Ein Strich durch die Rechnung
Damit auch die Ostfriesen was von ihren Produkten haben, will sie zukünftig die Wochenmärkte in der Region ansteuern. In Norden gab es schon die Zusage, in Leer warte sie noch auf Antwort, sagt Hinrichs. Und was ist mit Aurich? „Da macht die Stadt uns einen Strich durch die Rechnung.“
Schwierigkeiten gab es unter anderem mit den favorisierten Markttagen. Zunächst wollte Knabberland zwei Wochen pro Monat einen Platz auf dem Auricher Wochenmarkt. So einfach ist das aber nicht, sagt der Auricher Ordnungsamtsleiter, Helmut Lücht. Die Beschicker hätten ihre festen Plätze für die Markttage. Knabberland hätte jedes Mal einen neuen Platz bekommen müssen.
Tierfutter nur mit Ausnahmegenehmigung
Knabberland feilschte daraufhin: Statt zwei Wochen im Monat könnten sie auch einen Markttag pro Woche kommen. Aber dafür reicht der Platz nicht aus, heißt es aus dem Ordnungsamt. Aktuell sei die Lage zwar noch relativ entspannt, sagt Lücht. Jedoch müsse man bedenken, dass die Spargel- und Erdbeerzeit bevorstehe. Für die Stände müsse man Plätze vorhalten. Hinzu komme, dass die Markthalle umgebaut werden soll – was zusätzlich für Platzmangel sorge, sagt Lücht.
Yvonne Hinrichs hilft die Erklärung der Stadt wenig. Ihr gegenüber gab die zuständige Behörde auch noch ein anderes Problem an: Laut der Marktordnung von 1990 über das zugelassene Warenangebot auf dem Auricher Wochenmarkt sind Tierfuttermittel nicht als Teil des Sortiments zugelassen. Erlaubt sind hingegen Tabakwaren, Korb- und Holzwaren, Reinigungs- und Putzmittel, Kleingartenbedarf, Modeschmuck, Spielzeug sowie „Neuheiten und sonstige Werbeverkaufsartikel“. „Man könnte uns ja schon unter ‚Neuheiten‘ zählen“, sagt Yvonne Hinrichs. Lücht grätscht dagegen: Für Knabberland brauche es, wenn überhaupt, eine Ausnahmegenehmigung.
Noch gibt es Hoffnung
Die Unternehmerin ist von der Stadt enttäuscht. Trotzdem hat sie bereits das nächste Projekt vor Augen. Sie will eine eigene Trocknungsanlage anschaffen und so einen Teil der Produktion selbst übernehmen. Die Produkte erhielten sie frisch und könnten sie direkt weiterverarbeiten.
Lücht kann sich gut vorstellen, dass Knabberland in Zukunft noch einmal eine Chance bekommt. „Wir haben sie noch auf dem Schirm“, sagte er. Wenn zum Beispiel ein Beschicker seinen Platz nicht mehr brauche, könnte Knabberland nachrücken. Aber auch dabei gibt es einen Wermutstropfen: Sollte ein Platz frei werden, gebe man ihn vorrangig an typische Marktbeschicker wie Obst- und Gemüsehändler, sagt Lücht. Für Knabberland müsse man dann hinsichtlich des Warenangebots eine Ausnahme machen.