Berlin Trinkgeld geben trotz Inflation? Was Experten empfehlen
Wer es sich leisten kann, geht auch in Zeiten der Inflation ins Restaurant oder ins Café. Doch soll man dann auch noch dem Servicepersonal Trinkgeld geben, selbst wenn das eigene Geld knapper wird? Das raten Experten.
Lebensmittel, Energie, Freizeitaktivitäten: Die Inflation schlägt sich in nahezu allen Lebensbereichen in Form von Teuerungen nieder. Das zeigt sich auch im Konsumverhalten der Deutschen. Wie eine internationale Umfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zeigt, gehen 62 Prozent der in Deutschland befragten Menschen seltener Essen als früher.
Doch wer zu den rund zehn Millionen Menschen gehört, die auch im vergangenen Jahr häufig Essen gegangen sind, steht am Ende des Restaurant-Besuchs vor der immergleichen Frage: Trinkgeld ja oder nein und wie viel sollte ich geben, wenn ich selber nicht viel Geld übrig habe?
Die Knigge-Expertin Linda Kaiser von der Deutschen-Knigge-Gesellschaft findet gegenüber der „Berliner Morgenpost“ eine klare Antwort: „Es gibt keinen Grund, derzeit weniger Trinkgeld zu geben.“ Sie erklärt, dass jeder, der es sich zurzeit leisten kann, in ein Restaurant zu gehen, ein Trinkgeld - häufig auch „Tip“ genannt - als Geste der Anerkennung einplanen sollte. Zusätzlich empfiehlt die Expertin, ein günstigeres Gericht oder Getränk auszuwählen und den Rest des Budgets für das Trinkgeld zu verwenden.
In einer Statista-Umfrage gaben 75 Prozent der Befragten an, bei einer Rechnungssumme von 50 Euro zwischen zwei und fünf Euro Trinkgeld zu geben. Damit liegen die Deutschen laut Knigge-Experten genau richtig. Fünf bis zehn Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld zu geben, sei in Deutschland üblich. Das erklärte der CEO der Knigge Akademie, Clemens Graf von Hoyos, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gerade bei Rechnungen in Höhe von 100 oder sogar mehreren hundert Euro herrscht aber der Konsens, dass ein Trinkgeld von fünf Prozent der Rechnungssumme ausreichend ist.
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Die Chefin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ingrid Hartges, betont jedoch, dass „Trinkgeld ein freiwilliges Dankeschön der Gäste für einen guten und freundlichen Service“ sei. Wer sich den Restaurant- oder Café-Besuch gönnen möchte, aber kein Geld für den Tip übrig hat, ist also nicht verpflichtet, den Servicekräften etwas für die Bedienung zu geben.
Wichtig ist Gastronomieexperten zufolge auch ein höflicher Umgang mit den Servicekräften. Sollte der Service nicht stimmen, ist es daher immer ratsam, das Personal auf die eigenen Wünsche aufmerksam zu machen und Mängel direkt anzusprechen, anstatt kein Trinkgeld zu geben, oder es zu reduzieren.