Prozess am Amtsgericht Aurich  Unfall auf dem Weg zum Feuerwehr-Einsatz

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 01.02.2023 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Urteil für den Auricher fiel im Amtsgericht. Foto: Romuald Banik
Das Urteil für den Auricher fiel im Amtsgericht. Foto: Romuald Banik
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Ein Angeklagter aus Aurich war noch alkoholisiert, als er aus dem Bett geklingelt wurde und losfuhr. Der Jungendrichter ließ dennoch Milde walten.

Aurich - Auf dem Weg zu einem Einsatz der Feuerwehr war ein 18-Jähriger aus Aurich alkoholisiert mit seinem Wagen in einer Kurve vom Weg abgekommen, war mit einem Gartenzaun kollidiert und hatte sich im Garten eines Einfamilienhauses wiedergefunden. Der Sachschaden belief sich auf gut 5000 Euro.

Dafür wurde er von Jugendrichter Simon Breuker wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung verwarnt und muss 900 Euro Strafe zahlen. Seine Fahrerlaubnis wurde ihm für ein halbes Jahr entzogen.

Angeklagter ist seit Jahren bei der Feuerwehr

Der Angeklagte engagiert sich seit seinem sechsten Lebensjahr bei der freiwilligen Feuerwehr. Im September vergangenen Jahres habe er in der Nachbarschaft bei einem Freund einiges getrunken, erklärte er am Mittwoch in der Verhandlung vor dem Amtsgericht. Gegen Mitternacht sei er nach Hause gekommen und habe sich schlafen gelegt. Als um kurz nach ein Uhr sein Pieper einen Einsatz vermeldet habe, habe er sich umgehend auf den Weg gemacht.„Ich wollte unbedingt dabei sein“, sagte er. Seinen abendlichen Alkoholkonsum habe er dabei völlig vergessen. Er selbst hatte die Polizei zum Unfallort gerufen und seinen Führerschein sofort freiwillig abgegeben. Ein Alkoholtest hatte 0,6 Promille ergeben.

Richter Breuker lobte das jahrelange Engagement des jungen Angeklagten bei der Feuerwehr. Er habe diese durchaus „milde Entscheidung“ getroffen, weil er davon ausgehe, dass so etwas nie wieder passiere, begründete der Jugendrichter sein Urteil.

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