Feuerwehr anders im Einsatz  Mehr Helfer als Löscher im Brookmerland

| | 31.01.2023 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn Brookmerlander Feuerwehren (wie hier 2020 in Wirdum) im Einsatz sind, ist ein Brand inzwischen nicht mehr der Hauptgrund. Foto: Feuerwehr
Wenn Brookmerlander Feuerwehren (wie hier 2020 in Wirdum) im Einsatz sind, ist ein Brand inzwischen nicht mehr der Hauptgrund. Foto: Feuerwehr
Artikel teilen:

91 Einsätze hatten die Feuerwehren im Brookmerland 2022, wobei es in den wenigsten Fällen brannte. Der Trend geht zu Unterstützungen anderer Art.

Brookmerland - Mehr zu tun und vor allem anderes zu tun: Die fünf freiwilligen Ortsfeuerwehren im Brookmerland mussten im vergangenen Jahr zu 91 Einsätzen ausrücken. Diese Zahl nannte Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens in der Jahresversammlung der Feuerwehr Osteel. Im Vergleich zu 2021 waren die derzeit 163 aktiven Brookmerlander Feuerwehrfrauen und -männer elf Mal mehr unterwegs.

Dabei setzte sich ein Trend fort: Immer weniger müssen sie Brände löschen, dafür aber umso mehr Hilfe anderer Art leisten. Das belegen die von Cassens präsentierten Zahlen. Demnach mussten in nur 18 Fällen Brände bekämpft werden. 68-mal hingegen waren Hilfeleistungen anderer Art gefragt. 40-mal waren Sturm- und andere Wetterschäden zu beseitigen. Neun Mal mussten die Feuerwehrleute Türen öffnen, weil dahinter Menschen in Not vermutet wurden, und fünf Mal mussten sie den Rettungsdienst beim Tragen von Patienten unterstützen. Fünf Mal wurden sie laut Cassens grundlos alarmiert, handelte es sich um Fehlalarme.

Zahl der Hilfeleistungen steigt von Jahr zu Jahr

Die Zahl der Hilfeleistungen sei bedeutend mehr geworden, stellt Cassens fest. Von 80 Einsätzen 2021 waren auch bereits 30 Hilfeleistungen. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr“, sagte er auf ON-Nachfrage. Den einen Grund dafür gebe es nicht. Vielmehr seien es mehrere Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussten. Beispiel: Notfalltüröffnungen. Die Menschen würden älter. Immer mehr lebten allein. Stünden Pflegedienste vor der Tür und kämen nicht ins Haus, werde die Feuerwehr gerufen. Gleiches gelte, wenn besorgte Menschen ihre Nachbarn lange nicht gesehen hätten oder Wohnungsinhaber sich ausgeschlossen hätten und drinnen das Essen auf dem Herd köchelt.

Ein Schlüsseldienst könnte theoretisch ebenfalls helfen, benötige aber mehr Zeit, die man vor allem in medizinischen Notfällen nicht habe. Zudem koste ein Schlüsseldienst Geld. „Einfacher ist es, die Feuerwehr zu rufen. Die erledigt das kostenlos“, sagte Cassens.

„Jacke wie Hose“

Er und seine Kameraden könnten damit leben. „Das ist halt so“, so der Feuerwehrchef. Brand löschen oder Tür öffnen – letztlich sei das „Jacke wie Hose“. Die Feuerwehr habe so oder so für die Bürger da zu sein und sei es gerne, betont Cassens. „Das ist nun mal unsere Aufgabe.“ Letztlich sei ihm eine Tragehilfe sogar lieber als einen Brand zu löschen. Denn bei einer Tragehilfe könne man sich meist sicher sein, dass sie nicht mit Schäden verbunden sei.

Eine Besonderheit im negativen Sinne blieben die Fälle, in denen Feuerwehrleute Türen öffnen müssten, weil dahinter tote Menschen vermutet und dann auch gefunden würden. „Das belastet natürlich immer“, sagt Cassens. In solchen Fällen stünden bei Bedarf aber Seelsorger zur Seite. Und letztlich müssten Feuerwehrleute auch damit fertig werden, weil es Teil ihres Tätigkeitsbereichs sei.

Ähnliche Artikel