Osnabrück Waffenlieferung an Kiew: Jetzt nicht auch noch Kampfjets
Die Ukraine bekommt demnächst „Leopard“-Kampfpanzer, auch aus Deutschland. Die Forderung nach Kampfjets lehnt Kanzler Olaf Scholz dagegen ab. Auch aus den USA kommt ein klares Nein zu F-16 Kampfjets. Diese Besonnenheit ist richtig.
Elf Monate ist der Überfall Russlands auf die Ukraine nun her. Seitdem haben die westlichen Unterstützer an Kiew immer umfangreichere und schwerere Waffen geliefert. Denn eins ist klar: Aus eigener Kraft kann die Ukraine der russischen Übermacht nicht standhalten. Bislang hält sich die Ukraine beim Kampf am Boden und bei der Luftverteidigung überraschend gut. Allerdings wirken Panzer und Abwehrraketen nur in einem gewissen Umkreis des eigenen Standortes. Kampfflugzeuge könnten dagegen auch große Regionen schützen. Sollte der Westen diese liefern?
Nein, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz. Auch von US-Präsident Joe Biden kam nun ein klares Nein. Beide treffen damit eine richtige und besonnene Entscheidung. Denn mit Kampfjets, die militärisch sicher sehr effektiv wären, könnte die Ukraine ihre Kampfzone ausweiten und bis weit ins russische Hinterland hinein operieren. Das wäre eine Eskalation im Kampf gegen Kremlchef Wladimir Putin, die der Westen zurecht immer versucht hat zu vermeiden.
Aber nicht nur strategisch, auch in der praktischen Umsetzung ist das Ganze eine schwierige Sache. Denn wenn der Westen Kampfjets bereit stellt, müsste er wohl auch Personal entsenden, um die Flugzeuge zu warten und mehr Abwehrraketen liefern, um ukrainische Flugplätze, auf denen die Jets stationiert werden, zu schützen. Ein gigantischer Aufwand. Und auch mit ein paar dutzend westlichen Kampfjets könnte die Ukraine nicht die Lufthoheit zurückerobern.
Viel wichtiger ist zum jetzigen Zeitpunkt doch etwas anderes: Oberste Priorität muss haben, dass die Nato-Verbündeten die zugesagten Panzer nun zügig liefern, das Ganze reibungslos abwickeln und ukrainische Soldaten an den Panzern ausbilden. Damit wird der Ukraine jetzt geholfen - nicht mit immer neuen Waffensystemen.