Berlin  Neuer Pistorius-Sprecher: ARD-Mann wechselt ins Verteidigungsministerium

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 24.01.2023 14:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
ARD-Journalist Michael Stempfle (r.) veröffentlichte eine positive Analyse über den neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius und bekam danach ein Jobangebot. Foto: dpa (2)/Julian Stratenschulte/ARD-Hauptstadtstudio/Reiner Freese
ARD-Journalist Michael Stempfle (r.) veröffentlichte eine positive Analyse über den neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius und bekam danach ein Jobangebot. Foto: dpa (2)/Julian Stratenschulte/ARD-Hauptstadtstudio/Reiner Freese
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Der ARD-Journalist Michael Stempfle wechselt als neuer Sprecher von Boris Pistorius ins Verteidigungsministerium. Warum die Personalie für Kritik sorgt.

Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) holt sich einen anderen Sprecher ins Haus: ARD-Journalist Michael Stempfle werde Leiter Stab Informationsarbeit, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit. Stempfle löst damit den früheren ARD-Journalisten Christian Thiels ab, der sowohl für Ministerin Christine Lambrecht (SPD) als auch ihre Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als Sprecher tätig war.

Pikant: Stempfle hatte Pistorius nach dessen Berufung zum neuen Verteidigungsminister in einer Analyse für die „Tagesschau“ noch gelobt, kurz darauf erhielt er das Jobangebot. Kritik an der Personalie kam aus den Reihen der CDU.

Der Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer äußerte Unmut bei Twitter: „Kürzlich noch überschwänglich Boris Pistorius bejubelt und schon wird Michael Stempfle sein Sprecher im Bundesverteidigungsministerium. Sicherlich klärt uns Stempfle auf, ob das Jobangebot aus dem BMVg zum Zeitpunkt des Kommentars schon vorlag!?“

Tweet von Matthias Hauer:

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Der Journalist betonte unter der Zeile „Ein Vollblutpolitiker, der anpackt“ etwa die „guten Referenzen“ des neuen Verteidigungsministers sowie seine persönlichen Eigenschaften: „Pistorius ist selbstbewusst, ehrgeizig – er selbst wird sich das zutrauen.“ Pistorius sei eine „starke Stimme“ hieß es. Er sei mit den großen Themen in der Hauptstadt vertraut und „hartnäckig“, wüsste sich einzuarbeiten und zu verteidigen. Eine kritische Passage über den neuen Bundeswehr-Chef fand sich in dem Text nicht.

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Die Analyse erschien am Dienstag vergangener Woche, am Donnerstag stand die Vereidigung des Verteidigungsministers an. Gegenüber dem Branchenmagazin „DWDL“ sagte Stempfle, ein Bewerbungsgespräch mit Pistorius zwei Tage nach der Veröffentlichung des Textes geführt zu haben. Zuvor habe es keinen Kontakt gegeben. Die Entscheidung für den Wechsel sei dann am Sonnabend gefallen. Seine Kündigung beim SWR habe er dann am Montag eingereicht, so Stempfle. Für den öffentlich-rechtlichen Sender war er als Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio beschäftigt. Der SWR bestätigte die Kündigung von Stempfle.

Als ARD-Korrespondent berichtete Stempfle insbesondere über Themen der inneren Sicherheit. Pistorius erklärte, er freue sich, „einen gut vernetzten Medienprofi mit viel Erfahrung“ für die Aufgabe gewonnen zu haben. Stempfle schrieb auf Twitter, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Pistorius. „An großen Themen und Aufgaben wird es nicht fehlen“.

Wann Stemple seine neue Stelle als Pistorius-Sprecher im Verteidigungsministerium antritt, stand noch nicht fest. Das Verteidigungsministerium teilte mit, der Wechsel werde derzeit abgestimmt.

Mit Material von dpa und epd

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