Braunschweig  Neuer Chef der Niedersachsen-CDU steht vor einer Mammutaufgabe

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 22.01.2023 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bilden die neue Spitze der CDU in Niedersachsen: Parteichef Sebastian Lechner (rechts) und Generalsekretär Marco Mohrmann. Foto: Michael Matthey/dpa
Bilden die neue Spitze der CDU in Niedersachsen: Parteichef Sebastian Lechner (rechts) und Generalsekretär Marco Mohrmann. Foto: Michael Matthey/dpa
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Nach der Wahlschlappe stellt sich die Niedersachsen-CDU neu auf. Doch der neue Landeschef Sebastian Lechner hat einen schweren Stand.

Zum zweiten Mal war Bernd Althusmann als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gescheitert. Da war es nur folgerichtig, dass der 56-Jährige noch am Wahlabend ankündigte, als Landeschef der Partei nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Nun soll es ein Jüngerer richten: Der 42-jährige Sebastian Lechner ist nicht nur Fraktionschef seiner Partei im Landtag, sondern seit Samstag auch Vorsitzender der Niedersachsen-CDU mit ihren rund 55.000 Mitgliedern.

Doch auch Lechner hat die historische Wahlschlappe aus dem Oktober noch im Rucksack, schließlich war er in seiner Funktion als Generalsekretär zu einem nicht unerheblichen Teil mitverantwortlich für die Niederlage.

Lechner aber streckte den Rücken durch und griff nach Höherem in der Partei. Mit Mut, Selbstvertrauen - und Erfolg. Der dreifache Vater aus Neustadt am Rübenberge ist der neue starke Mann in der Niedersachsen-CDU. Und in knapp fünf Jahren auch der nächste Spitzenkandidat und damit Bewerber um das Ministerpräsidentenamt im Land?

Lechner schließt das zumindest nicht aus. Doch bis dahin ist noch viel Zeit und liegt eine Mammutaufgabe vor Lechner. Ein Leitsatz von ihm lautet: „Die CDU muss die Flughöhe verringern und näher bei den Menschen und ihren Themen sein.“

Damit trifft Lechner den Nagel auf den Kopf. Die CDU hat es im Wahlkampf nicht geschafft, genügend eigene Themen zu setzen und die Bürger damit zu erreichen. Das lag nicht allein an dem sperrigen Spitzenkandidaten Althusmann, sondern auch an seinem Wahlkampfmanager. Und der heißt nun einmal Sebastian Lechner.

Ob er es tatsächlich schafft, die Partei bürgernäher zu machen? Lechner wird sich an seinem eigenen Anspruch messen lassen müssen. Fest steht: Der unerschrockene Neue hat eine faire Chance verdient. Zahltag ist spätestens bei der nächsten Landtagswahl im Herbst 2027 - wenn der Parteichef so lange denn durchhält. Gewählt ist er nämlich zunächst einmal für zwei Jahre.

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