Brunsbüttel Nächstes schwimmende LNG-Terminal: Spezialschiff „Höegh Gannet“ angekommen
Nach Wilhelmshaven und Lubmin darf sich nun ein dritter Standort im Norden über ein Flüssiggas-Spezialschiff freuen. Auch Robert Habeck war beim großen Empfang am Freitag mit dabei.
Nach Wilhelmshaven an der Nordsee und Lubmin in Vorpommern an der Ostsee hat nun auch die schleswig-holsteinische Elbmündung ein Flüssiggasterminalschiff. Das fast 300 Meter lange Spezialschiff „Höegh Gannet“ wird in der Fachsprache FSRU genannt.
Dies steht für Floating Storage and Regasification Unit, ein Terminalschiff, das Flüssigerdgas (LNG) von Tankern aufnehmen und an Bord in Gas umwandeln kann.
Die „Höegh Gannet“ traf am Freitagmorgen im Brunsbütteler Elbehafen ein, wo sie am Vormittag von viel Prominenz um Vizekanzler Robert Habeck, Ministerpräsident Daniel Günther und dem Kieler Energiewendeminister Tobias Goldschmidt empfangen wurde. Auch Reeder Morten Höegh und RWE-Vorstandschef Markus Krebber waren an die Unterelbe gereist.
Seit dem Spätsommer wird am Elbehafen gebaut, damit das hochkomprimierte verflüssigte Gas (Liquefied Natural Gas = LNG) ins Gasnetz eingespeist werden kann. Eigentlich sollte das schwimmende Flüssiggas-Tankschiff bereits zum Jahreswechsel im Elbehafen anlegen. Doch nach der Kollision in einem französischen Atlantikhafen musste das Schiff noch einmal in die Werft.
Über diese Lösung mit der „Höegh Gannet“, die nach voraussichtlich rund einem Jahr abgelöst werden soll, können rund 3,5 Milliarden Kubikmeter regasifiziertes LNG pro Jahr in das schleswig-holsteinische Verteilnetz eingespeist werden.
Im Optimalfall sollen damit bereits bis zu 2,7 Millionen Durchschnittshaushalte (15.000 Kilowattstunden) ein Jahr lang mit LNG versorgt werden. „Außerdem werden wir in westlicher Verlängerung des bestehenden Gefahrgutliegeplatzes eine neue Pier, die sogenannte Jetty, planfeststellen und bauen“, erklärt Hafenchef Frank Schnabel.
In einer zweiten Phase soll der Flüssiggastanker dann an die noch zu bauende Pier wechseln, sagt Schnabel: „Dies soll so schnell wie möglich im Laufe des Jahres 2023 erfolgen, damit der bestehende Gefahrgutliegeplatz im Brunsbütteler Elbehafen wieder im Normalbetrieb genutzt werden kann.“
Um das Terminal Ende 2023 auch an das deutsche Fernleitungsnetz anzuschließen, ist der Bau einer 54 Kilometer langen Leitung vom Industriehafen in Brunsbüttel bis zum Gaseinspeisepunkt in Hetlingen bei Wedel notwendig.
Nach Inbetriebnahme ermöglicht die Leitung den Transport von 7,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Dies soll rund 8,5 Prozent des deutschen Gasverbrauchs entsprechen. Das Kieler Energiewendeministerium, dass durch diese Leitung langfristig grüner Wasserstoff fließt.