London Fehler in Prinz Harrys Memoiren? Das soll wirklich passiert sein
Prinz Harry Biografie ist schon kurze Zeit nach der Veröffentlichung ein Kassenschlager. Doch gleichzeitig muss sich Harry viel Kritik gefallen lassen. So auch jetzt: Angeblich sollen viele Angaben in „Spare“ gar nicht stimmen. Was ist an den Vorwürfen dran?
Prinz Harry hat mit seiner Biografie „Spare“ so einige Geschichten ausgepackt, die die royale Familie wohl lieber nicht in der Öffentlichkeit hören würde. Auch aus seinem eigenen Privatleben gibt Harry einiges preis. Doch einige Schilderungen aus „Spare“ können nicht stimmen – behauptet zumindest die britische Zeitung „Daily Mail“. Um diese Geschichten geht es.
Zentral für Harrys Autobiografie ist die Reaktion Charles auf Harrys Geburt. So soll sein Vater angeblich gesagt haben: „Wunderbar! Jetzt hast du mir einen Erben und eine Reserve gegeben – meine Arbeit ist getan.“ Dann soll der jetzige König sich mit seiner Freundin getroffen haben. Die Erzählung inspirierte Harry, seine Biografie „Spare“ (Deutsch: Reserve) zu nennen. Das Problem an der Sache? Die Aussage soll gar nicht stimmen, zumindest nach Angaben der „Daily Mail.“
In der von Dianas autorisierten und von Andrew Morton geschriebenen Biografie „Diana: Her True Story“ heißt es nämlich, dass Charles gesagt habe: „Oh, es ist ein Junge und er hat rostiges Haar.“ Außerdem soll Charles zum Zeitpunkt von Harrys Geburt gar keine Affäre gehabt haben.
Im Juni 1998 begegnete Harry seiner jetzigen Stiefmutter Camilla zum ersten Mal. Allerdings erinnert sich Harry daran, dass das Treffen in Charles’ Landsitz Highgrove stattgefunden hat. In Wahrheit trafen die beiden allerdings im St.-James’s-Palast aufeinander.
Später erschienen Informationen aus dem Gespräch in der Presse. Harry behauptet deshalb, dass Camilla die Einzelheiten an die Presse weitergegeben hätte. Allerdings ist bekannt, dass Camillas Privatsekretärin Amanda MacManus damals vom Gespräch ihrem Mann erzählte. Über diesen kamen die Informationen dann an die Zeitung „Sun“. Camillas Privatsekretärin wurde daraufhin gekündigt.
Am 30. März 2002 verstarb Harrys Urgroßmutter, Queen Mum. Harry schildert in seiner Autobiografie, wie er im Internat Eton, während des Lernens von dem Tod seiner Urgroßmutter erfuhr. Der Todesfall von Queen Mum ereignete sich aber in den Ferien und die Brüder waren mit Charles in der Schweiz Ski fahren. Es war Charles, der ihm die Nachricht überbrachte.
2004 verbreitete seine ehemalige Kunstlehrerin, dass Harry bei seinen Kunst-A-Levels (britisches Äquivalent zum Abitur) geschummelt hätte. Harry berichtete, dass er ein Statement herausgeben wollte, um den Vorwürfen zu widersprechen. Nach Harrys Schilderungen verwehrte ihm der Palast dies aber. Allerdings hat der Palast ein Statement herausgegeben, dass erklärte, dass die Anschuldigungen nicht wahr waren. Auch das Internat bezeichnete die Vorwürfe als „unwahr“ und „absurd“.
J.R. Moehringer, Ghostwiter von Prinz Harrys Autobiografie, reagierte auf die Vorwürfe, darüber berichtet unter anderem die „Los Angeles Times“. So zitierte er die Autorin Mary Karr: „Die Grenze zwischen Erinnerung und Fakt ist verschwommen.“ Harry selbst gibt in seiner Biografie zu Bedenken, dass „meine Erinnerung meine Erinnerung ist [...]. Genauso viel Wahrheit ist in dem, was ich wie erinnere und den sogenannten objektiven Fakten.“