Grundschule im Spiet Eröffnung der neuen Mensa verschiebt sich erneut
Bereits zum dritten Mal wird der Eröffnungstermin der Mensa verschoben. Neben Verzögerungen beim Bau sind auch viele Detailfragen zur künftigen Ausstattung noch nicht geklärt.
Norden - Erst hieß es, Ende 2022, daraus wurde erstes Quartal 2023, nun hofft die Stadt Norden, dass die neue Mensa an der Grundschule im Spiet zum neuen Schuljahr öffnen wird. Das bestätigte Nico de Vries, Fachdienstleiter Jugend, Schule, Sport und Kultur der Stadt Norden auf Nachfrage. Der Grund sei eine Kombination aus langen Lieferzeiten beim Material, Warten auf Handwerkern und erforderlichen Umplanungen, so de Vries. Bis jetzt sei auch noch immer nicht klar, wer die Mensa künftig mit Essen beliefern werde.
Für die Stadt stelle sich ein weiteres Problem: Bevor Einrichtung und Ausstattung überhaupt bestellt werden kann, müsse zunächst geklärt werden, wie das Essen ausgegeben werden soll. Dafür gibt es laut de Vries drei Möglichkeiten. 1. Die Kinder holen das Essen an einer Theke ab und transportieren es auf Tabletts zu ihren Tischen. 2. Das Essen wird in Schüsseln portioniert auf die Tische gestellt, wo sich die Kinder ihr Essen auf die Teller füllen. 3. Das Essen wird auf einem Buffet aufgebaut und die Kinder nehmen sich dort ihr Essen. „Alle drei Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, die bedacht werden müssen“, sagte Nico de Vries. Dabei gehe es zum einen darum, was die Grundschulkinder umsetzen können, zum anderen aber auch um Hygienevorschriften. Zudem müsse das Konzept mit der Schule abgestimmt werden.
Stadt ist für Essensausgabe an der Theke
Die Schule hatte laut de Vries die Buffetlösung ins Spiel gebracht. Das hält der Fachdienstleiter aber für die schwierigste Lösung, bei der es einen hohen „Zwischenreinigungsbedarf“ gebe. Das Problem sei, dass die Grundschüler je nach Klassenstufe zum Teil noch sehr klein, zum Teil aber auch schon sehr groß seien. Für alle Kinder müsse aber ein Spuckschutz und Hygieneschutz gegeben sein, betonte de Vries. Außerdem brauche es für ein Buffet auch andere Gerätschaften, wie eine Buffettheke und Warmhaltebecken, die bei anderen Varianten nicht gebraucht würden, also auch eine Geldfrage sei. Aus pädagogischer Sicht sei wohl das Modell der Schüsseln auf den Tischen zu favorisieren. Aber auch da sei nicht sicher, ob nicht doch mal ein Kind in die Kartoffeln niese, sagte de Vries. Die Stadt selbst bevorzugt die Ausgabe an der Theke, wie es etwa auch in der Mensa im Ulrichsgymnasium praktiziert werde. Allerdings seien die Kinder im Gymnasium auch alle schon älter. Für kleine Erstklässler könnte es aber schon eine Herausforderung sein, einen Suppenteller auf dem Tablett durch die ganze Mensa zu transportieren.
Neben dem Interieur für die Essensausgabe gebe es auch noch Abstimmungsbedarf beim künftigen Mobiliar für die Schulmensa. Laut der Schulleiterin der Grundschule im Spiet, Anna Brede, sei das bisher ebenfalls noch nicht bestellt. Das bestätigte auch Nico de Vries. Er sieht aber keine größeren Probleme dabei, dies zu beschaffen. Es müsse aber zunächst geklärt werden, ob Tische und Stühle oder etwa Bänke, und welche Normgröße angesetzt werde, sagte er. Der Stadt schwebt eine Lösung vor wie in der KGS Hage-Norden, mit stapelbaren Stühlen und Tischen, die man zusammenklappen kann, sagte de Vries. So könnte der Raum, wenn er für andere Zwecke, wie etwa politische Sitzungen benötigt würde, schnell umgebaut werden.
Mensa wird schon seit Jahren geplant
Der Schule im Spiet ist es vor allem wichtig, dass die Mensa fertig wird. Denn der Raum wird dringend gebraucht. Zurzeit essen die bis zu 90 Kinder im Ganztag in einem umgebauten Klassenraum in Schichten. Schon vor der Bestätigung durch die Stadt rechnete Schulleiterin Anna Brede aber nicht mehr mit einer Eröffnung vor dem kommenden Schuljahr. Geplant wird an der Mensa schon lange. Vor nunmehr drei Jahren hat der Rat der Stadt Norden sein Okay zum Mensa-Neubau gegeben.
Der neue Speiseraum hat Platz für rund 150 bis 160 Sitzplätze. Geplant ist eine reine Ausgabeküche, das heißt, angeliefertes Essen wird vor Ort an die Schüler ausgeteilt, es wird nicht selbst gekocht. Wer der künftige Lieferant sein wird, ist bisher nicht bekannt. Zurzeit prüfe der Fachdienst Jugend, Schule, Sport und Kultur die neuen Bedarfe in der Stadt. Insgesamt sind die Projektkosten inklusive der Ausstattung mit 1,34 Millionen Euro veranschlagt.
Der neue Mensabau ist nicht die einzige Umgestaltung, die auf die Grundschule „Im Spiet“ zukommt. Der Raum, der bisher als Mensa genutzt wurde, soll künftig im Rahmen des Raumprogramms von den Klassen genutzt werden können. Außerdem sollen die Räume 130 bis 132 zu einem Lehrerbereich mit Arbeits- und Besprechungsräumen mit Ruheraum umgebaut werden. Zudem soll ein Haupteingang mit Wartezone und Verwaltungsraum zwischen dem Verwaltungstrakt und dem neuen Mensagebäude entstehen. Auch der Schulhof soll im Zuge des Neubaus neu gestaltet werden, sowie eine Zufahrt für Rettungs- und Nutzfahrzeuge eingerichtet werden.