Hannover  Verteidigungsministerin Lambrecht kommt ihrem Rauswurf zuvor

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 14.01.2023 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht verlässt den Plenarsaal im Bundestag. Aktuell gibt es Berichte über einen bevorstehenden Rücktritt der SPD-Politikerin. Foto: Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht verlässt den Plenarsaal im Bundestag. Aktuell gibt es Berichte über einen bevorstehenden Rücktritt der SPD-Politikerin. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Es mehren sich Spekulationen über einen Rücktritt von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. Damit käme die unglücklich agierende SPD-Politikerin einem Rauswurf wohl zuvor.

Es war nicht der eine ganz große Fehltritt, der Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ins Kreuzfeuer der Kritik katapultierte. Vielmehr reihten sich unglückliche Auftritte und Äußerungen der SPD-Politikerin aneinander.

Das Ungeschick, mit dem die Spitzenpolitikerin ihr Amt führt, hat das Fass nach und nach zum Überlaufen gebracht. Sie nimmt nicht nur ihren Sohn bei einem Dienstflug mit und dieser postet das auch noch in sozialen Medien, sie läuft auch beim Truppenbesuch in Afrika mit hohen Absätzen auf, erklärt ihre Ministerkollegin Nancy Faeser kurzerhand zur künftigen hessischen Ministerpräsidentin und spricht zuletzt auf einem Video mit deutschem Silvesterfeuerwerk im Hintergrund über den Krieg in der Ukraine.

Da wundert es kaum, dass Lambrecht für ihr immer wieder unsensibles Auftreten in Umfragen die Quittung bekommt. So ist die Mehrheit der Deutschen für einen Rücktritt der Ministerin. Und wie es aussieht, wird Lambrecht in den nächsten Tagen wohl auch ihren Stuhl räumen - und einer Entlassung durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) damit zuvorkommen.

Doch wer kommt dann? Eine Kandidatin ist sicher die gebürtige Osnabrückerin Eva Högl, die in Bad Zwischenahn (Ammerland) aufgewachsen ist. Die Wehrbeauftragte des Bundestags kennt die Sorgen des Militärs und Beobachter bescheinigen der 54-Jährigen nicht nur eine „robuste Natur“, sondern trauen ihr dieses Amt auch durchaus zu.

Den Herausforderungen des Amtes gewachsen sein dürfte aber auch Siemtje Möller (39) aus Varel, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium. Möller stammt aus dem Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund, der vom Militär geprägt ist wie kein zweiter.

Wer auch immer die Lambrecht-Nachfolge übernimmt, tritt in keine großen Fußstapfen und hat alle Chancen, es besser zu machen. Fest steht, dass die Truppe bei Ausrüstung, Ausbildung und Struktur vor enormen Herausforderungen steht und dringend umgebaut werden muss. Dazu braucht es eine starke Führung und keine Stöckelschuh-Ministerin mit Raketen-Video und Sohnemann im Bundeswehrhubschrauber.

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