Berlin Bericht: Christine Lambrecht will nun doch zurücktreten
Zuletzt hagelte es nur so Kritik an Christine Lambrecht. Nun will die Bundesverteidigungsministerin offenbar zurücktreten.
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) soll entschlossen sein, von ihrem Amt zurückzutreten. Die Initiative dazu komme von ihr selbst, schreibt die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf „mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen“. Die „Süddeutsche Zeitung“ bezieht sich auf das Umfeld Lambrechts. Demnach wolle die Verteidigungsministerin kommende Woche zurücktreten.
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP: „Es sind Gerüchte, die wir nicht kommentieren.“
Grund für den Rücktritt ist laut „Bild“ die Ansicht Lambrechts, dass im Verteidigungsministerium ein Neuanfang notwendig sei. Dem Bericht zufolge wird in Regierungs- und SPD-Kreisen bereits über die Nachfolge beraten. Dabei würden der Wehrbeauftragten des Bundestags, Eva Högl (SPD), gute Chancen eingeräumt.
Ein als unglücklich empfundenes Video mit Neujahrsgrüßen der Ministerin hatte den Druck auf die seit längerem in der Kritik stehende Lambrecht in jüngster Zeit noch verstärkt. Oppositionspolitiker stellen ihre Eignung in Frage und fordern ihren Rücktritt.
Tatsächlich ist die Mehrheit der Deutschen für einen Rücktritt der in die Kritik geratenen Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD). Das geht aus dem neuen ZDF-„Politbarometer“ hervor, das am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach sprachen sich 60 Prozent der Befragten für einen Rücktritt der Ministerin aus; 25 Prozent waren dagegen. Selbst innerhalb der SPD sprachen sich 50 Prozent für einen Rücktritt aus; 38 Prozent waren für ihren Verbleib im Amt.