Hamburg  So lebt Scooter-Frontmann H.P. Baxxter in seiner Villa am Hamburger Stadtrand

Yannick Kitzinger
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Von Yannick Kitzinger
| 12.01.2023 16:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
H.P. Baxxter bereitet sich auf eine Show vor. Foto: avanti media fiction
H.P. Baxxter bereitet sich auf eine Show vor. Foto: avanti media fiction
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In der Kino-Doku „FCK 2020“ zeigt die Techno-Legende H.P. Baxxter seine private Seite und gewährt intime Einblicke in sein Haus im Hamburger Stadtteil Duvenstedt.

Eine weiße Villa am grünen Stadtrand von Hamburg, rund 400 Quadratmeter. An den dunkelgrünen Wänden hängen antike Gemälde, die Stühle haben goldene Armlehnen, und auf dem Boden liegen Tierfelle. In der Einfahrt steht ein schwarzer Oldtimer der Marke Rolls-Royce. Auf dem Nummernschild: die Buchstaben HH-HP. Es ist das Anwesen von Hans-Peter Geerdes – seinen Fans besser bekannt als H.P. Baxxter, Techno-Legende.

Der Frontmann der Band Scooter gibt nur selten Einblicke in sein Privatleben. In der Kino-Doku „FCK 2020“ zeigt der Musiker nun aber sein Leben im Hamburger Stadtteil Duvenstedt – nach eigenen Angaben wie ein „englischer Landlord“. Es sei eine Art heile Welt, so Baxxter bei der Filmpremiere. „Wenn die Menschen mal wieder komisch sind, habe ich zu Hause einen Ruhepol.“

Der heute 58-Jährige mit dem wasserstoffblonden Bürstenschnitt und den eisblauen Augen ist im ostfriesischen Leer aufgewachsen. Statt dort als Angestellter beim Finanzamt anzufangen, wählte H.P. Baxxter den Beruf des „Feierers“ und Frontmanns, gibt seit Jahren Konzerte vor ausverkauftem Haus. In Moskau sogar einst vor 60.000 Menschen.

Der Film-Trailer zeigt auch Aufnahmen der Duvenstedter Villa:

Die Doku zeigt aber auch die andere Seite Baxxters: Er sammelt mit großer Hingabe Oldtimer und Antiquitäten, widmet sich der Einrichtung seiner Villa im Norden Hamburgs und „sucht nach Stetigkeit in einem rastlosen Leben“, wie es in der Ankündigung zum Film hießt. Kaum heißt es Lockdown, beginnt der Musiker seine Villa umzuräumen, hängt Gemälde um. „Jeder kann sich damit identifizieren. Wir haben damals vermutlich alle unsere Wohnungen aufgeräumt. Für den Film hatten wir durch die äußeren Umstände eine echte Steilvorlage“, berichtet Regisseurin Cordula Kablitz-Post.

Begleitet wird Scooter dabei, wie sie trotz Pandemie ihr 20. Album veröffentlichen und immer wieder Wege finden, um aufzutreten. „Durch Corona brauchten wir auf einmal ein ganz anderes Drehkonzept. Wir waren eigentlich angetreten, um die Scooter-Tour zu begleiten“, sagt die Regisseurin Kablitz-Post, die zuvor einen ähnlichen Dokumentarfilm über die Rockband Die Toten Hosen gedreht hatte. Das habe H.P. Baxxter überzeugt, der zuvor jede Home Story abgelehnt habe. „Ich dachte auf Anhieb, cool, das passt. Ich hatte auch gleich so ein Vertrauen, dass das gut wird.“

„H.P. Baxxter erzählt an einer Stelle, dass es in seinem Hirn chaotisch vorgehe, dass es unentwegt in ihm arbeitet“, so Kablitz-Post. Deshalb brauche er äußerlich Struktur. Sein Haus habe er mit teuren Antiquitäten eingerichtet, mit viel Sinn fürs Detail – und sehr aufgeräumt.

„Und auch auf Tour gibt es immer wiederkehrende Abläufe: Es gibt einen täglichen Rapport mit Uhrenvergleich und Schriftführer, den Warm-up mit peniblen Vorgaben zum Beispiel dafür, welche Gläser benutzt werden dürfen und exakt wie viel Eis in den Drink gehört, das Konzert selbst, anschließend die After Party inklusive Barzwang für alle Crew- und Bandmitglieder“, erzählt die Regisseurin. Allein das Abbilden dieser Strukturen sei für den Film ein Glücksfall gewesen.

Die Doku „FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter“ ist seit Donnerstag, 12. Januar, im Kino zu sehen.

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