Bippen/Apolda  Ermittlungen gegen Bippener AfD-Landtagsabgeordneten Queckemeyer vor dem Abschluss

Joerg Sanders
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Von Joerg Sanders
| 30.12.2022 14:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Marcel Queckemeyer (AfD). Foto: Recherche Nord
Marcel Queckemeyer (AfD). Foto: Recherche Nord
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Der Bippener Landtagsabgeordnete Marcel Queckemeyer (AfD) soll beim Bundeskongress der Jungen Alternative im Oktober in Thüringen einen Fotografen beleidigt und körperlich angegangen haben. Die Polizei nahm Ermittlungen auf – so ist der Stand.

Der Staatsschutz ermittele gegen zwei Verdächtige, sagt Anne-Marie Rindermann von der Landespolizeiinspektion Jena auf Anfrage unserer Redaktion – darunter auch Queckemeyer, bestätigt sie. „Den Beschuldigten wird Beleidigung und Körperverletzung zur Last gelegt.“

Zum Ermittlungsstand machte sie keine Angaben, „da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“. Offenbar stehen diese aber vor dem Abschluss, denn „das Verfahren wird zeitnah der zuständigen Staatsanwaltschaft Erfurt zur Entscheidung vorgelegt“, sagt Rindermann.

Am 15. Oktober vergangenen Jahres hatte die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative ihren Bundeskongress in Apolda abgehalten. Dort hatten etwa der AfD-Chef Tino Chrupalla und der thüringische AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke gesprochen.

Vor der Halle hatte ein Fotograf des Recherche-Teams „Recherche Nord“ Bilder gemacht, das häufig Treffen Rechtsradikaler und -extremer fotografisch festhält. Queckemeyer soll den Fotografen beleidigt und in den Schwitzkasten genommen haben – so berichtete es „Recherche Nord“-Sprecher Christian Becker unserer Redaktion. In einem Video, das unserer Redaktion vorliegt, ist zu hören, wie mutmaßlich Queckemeyer dem Fotografen droht – „Du nimmst jetzt die Fotos runter, sonst kriegen wir ein Problem“ – und als „feige Sau“, „feiges Schwein“ und „Penner“ beleidigt.

Das Video aus Apolda mit Marcel Queckemeyer. (Quelle: „Recherche Nord“)

Katharina König-Preuss, die für die Linken im thüringischen Landtag sitzt, hatte den Angriff im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. Sie sei Zeugin gewesen und habe die verbale und körperliche Attacke beobachtet und teilweise gefilmt.

Das Video der Landtagsabgeordneten. (Quelle: Katharina König-Preuss)

Sie hatte zudem angekündigt, Anzeige zu erstatten – wie auch „Recherche Nord“. Doch das scheint unterblieben zu sein. „Die Anzeige wurde von Amts wegen aufgenommen“, so Polizeisprecherin Rindermann. Die Polizei habe hierfür das Video als Beweismittel ausgewertet und eingebracht.

Queckemeyer selbst hatte sämtliche Anfragen unserer Redaktion unbeantwortet gelassen. Er war erst kurz zuvor im Wahlkreis Bersenbrück über die Landesliste für die AfD in den Niedersächsischen Landtag eingezogen.

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