Mehr Einsätze an Silvester im Kreis Leer  Polizei und Rettungsdienst bereiten sich auf den Jahreswechsel vor

| | 29.12.2022 11:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kontrollierter Alkoholkonsum würde Polizei und Rettungskräfte entlasten. Fotos: Pixabay
Kontrollierter Alkoholkonsum würde Polizei und Rettungskräfte entlasten. Fotos: Pixabay
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Auch wenn es an Silvester durch übermäßigen Alkoholkonsum und Böller zu mehr Einsätzen bei Polizei und Rettungsdiensten kommt, bleibt man optimistisch. Trotzdem werden Vorbereitungen getroffen.

Rhauderfehn/Landkreis Leer - Was für andere ein Grund zum Feiern ist, ist für Rettungskräfte und Polizei häufig eine der stressigsten Nächte des Jahres: Silvester. Der Start ins neue Jahr wird gerne mit buntem Feuerwerk, Raketen oder Böllern und häufig auch mit dem ein oder anderen Schluck Alkohol zelebriert. Bei diesem Jahreswechsel gelten keine Corona-Beschränkungen mehr und es gibt auch kein Böllerverbot. Dadurch wird es wieder zu mehr Einsätzen als an normalen Tagen oder Wochenenden kommen, sagt Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizei Leer/Emden.

Vor allem Körperverletzungen und Sachbeschädigungen halten die Polizei traditionell in der Nacht auf den 1. Januar auf Trab. Viele Sachbeschädigungen an Silvester stehen in Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern. „Vor allem, wenn diese gegen Häuser geworfen oder in Briefkästen gesteckt werden“, so die Pressesprecherin. Aber auch durch das Werfen von Feuerwerkskörpern in Richtung von Fahrzeugen kann man sich strafbar machen, weil dies als Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden kann. Probleme mit illegalen Feuerwerkskörpern gebe es in der Silvesternacht hier in der Region eigentlich keine, so Temmen.

Mehr Einsätze ab Mitternacht

„Es kommt an Silvester und an Neujahr natürlich zu mehr Einsätzen, weil ja nun auch fast alle Leute feiern und oder unterwegs sind. Oftmals bleibt es Silvester bis Mitternacht beim normalen Einsatzaufkommen und es steigt dann an“, sagt Temmen. Die Polizei sei aber gut aufgestellt. Die Polizeiinspektion hoffe auf einen ruhigen Abend und wünsche der Bevölkerung einen Start ins neue Jahr, so Temmen.

Die Kombination aus Alkohol und Böllern führt zu vielen Unfällen. Foto: Pixabay
Die Kombination aus Alkohol und Böllern führt zu vielen Unfällen. Foto: Pixabay

Etwas gelassener blicken die Mitarbeiter der Rettungswache in Rhauderfehn auf Neujahr. „Es gibt natürlich den ein oder anderen Einsatz mehr durch Böller-Verletzungen oder übermäßigen Alkoholkonsum. Die Menschen hier feiern aber nicht so, dass wir hier die ganze Zeit nur unterwegs sind“, sagt Hans-Joachim Reinke, der Leiter der Rhauderfehner Rettungswache. Tatsächlich sei in manchen Jahren der 1. Mai sogar „schlimmer“ gewesen, gemessen an der Häufigkeit der Einsätze. „Das liegt tatsächlich am Wetter. Je besser es ist, desto aktiver sind die Menschen“, erklärt der 59-Jährige.

Alkohol und Böller sind gefährliche Kombination

An Silvester würden die meisten Einsätze im Zusammenspiel mit dem Konsum von Drogen und vor allem durch Alkohol passieren. Gerade durch Böller ist die Kombination noch gefährlicher und führe oft zu Verbrennungen. „Wenn man auf Böller verzichten und nur kontrolliert Alkohol konsumieren würde, würde das alle Ämter – also die Polizei, die Feuerwehren und auch den Rettungsdienst – deutlich entlasten“, so Reinke.

Auch die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, hat dazu aufgerufen in Hinblick auf Silvester und der angespannten Situation im Gesundheitswesen die Beschäftigten mit Respekt zu behandeln. „Ich blicke mit großer Sorge auf die nächsten Tage und Wochen“, sagte die Ärztekammerpräsidentin. Die Praxen seien durch die Welle an Atemwegsinfekten und Grippe sowieso schon extrem belastet. Das gelte auch für die Rettungsdienste und Notaufnahmen. Wenker appellierte deshalb, an Silvester auf das Böllern zu verzichten. „Ich bin gegen die Böllerei, schon wegen der Feinstaubbelastung, die insbesondere Menschen mit Atemwegserkrankungen trifft“, sagte die Lungenfachärztin. Darüber hinaus seien Verletzte mit Verbrennungen durch Feuerwerkskörper zu befürchten.

Mit Material von dpa

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