Wellington City (NZ)  „Arroganter Arsch“-Zitat von Neuseelands Premierministerin für guten Zweck versteigert

Alexander Kruggel
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Von Alexander Kruggel
| 22.12.2022 12:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Während einer Parlamentssitzung in der vorigen Woche bemerkte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern nicht, dass ihr Mikrofon noch an war – und nannte den Politiker David Seymour für alle hörbar einen arroganten Arsch. Das hätte zum Desaster werden können, doch die beiden griffen zu ungewöhnlichen Mitteln.

„Ich kann nicht sagen, dass ich das erwartet hätte“, beginnt Jacinda Ardern ihren jüngsten Facebook-Post am Donnerstag. Wie hätte sie auch?

Anfang vergangener Woche war der neuseeländischen Premierministerin ein ziemlich peinlicher Fauxpas im Parlament unterlaufen. Sie stellte sich gerade den Fragen des Parteiführers der liberalen ACT-Partei, David Seymour, der von ihr wissen wollte, ob sie ein „Beispiel für einen Fehler geben kann, für den sie sich angemessen entschuldigt und ihn beseitigt“ habe.

Ardern reagierte zunächst gelassen. Doch nachdem sie sich nach ihrem Redebeitrag wieder hinsetzte entglitt ihr der Satz, den eigentlich außer ihrem Stellvertreter Grant Robertson niemand hören sollte: „Er ist so ein arroganter Arsch!“ (Orig.: „He´s such an arrogant prick.“) Welch Ironie: Nun hatte sie wirklich etwas, für das sie sich zu entschuldigen hatte.

Doch bei der Entschuldigung blieb es nicht. Nur zwei Tage nach dem Vorfall taten die beiden politischen Kontrahenten sich zusammen, um aus der peinlichen Mikrofon-Panne Kapital für den guten Zweck zu schlagen. Auf einer neuseeländischen Auktionswebsite landete daraufhin ein äußert skurriler Artikel: Unter dem Titel „Ardern, Seymour bündeln ihre Kräfte für Ärsche überall“ wurde dort ein von beiden signierter Ausdruck des Parlaments-Protokolls mitsamt Arderns unflätiger Bemerkung darauf angeboten.

Der Erlös der Auktion, die am Donnerstag endete, beläuft sich auf 100.100 neuseeländischen Dollar (umgerechnet knapp 60.000 Euro) und geht an eine Stiftung, die sich gegen Prostatakrebs engagiert. Und was sagt der beleidigte David Seymour inzwischen zum „Arsch“-Spruch? „Was für eine großartige Art, 2022 zu beenden“, schrieb Seymour angesichts des Auktionserlöses auf Facebook. Außerdem dankte er der Premierministerin dafür, dass sie den Vorfall sportlich nimmt.

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