Erneuerbare Energien Aurich treibt Photovoltaikplanung voran
Goldgräberstimmung herrscht in der Photovoltaikbranche, überall entstehen Freiflächenanlagen. Die Stadt Aurich will den Ansturm von Interessenten steuern.
Aurich - Vorreiter im Nordwesten ist die Stadt Aurich bei der Festlegung von Standorten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Denn durch die sogenannte Potenzialstudie wird geschaut, wo überhaupt solche Anlagen entstehen könnten. Am Ende wird es eine Karte geben, auf der jeder Grundstücksbesitzer schauen kann, ob sich ein Bauantrag überhaupt lohnt.
Das Interesse ist groß, sagt Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß im ON-Gespräch. Die Stadtverwaltung habe bislang rund 30 Anfragen erhalten, darunter 20 konkrete Anträge für den Bau von großen Photovoltaikanlagen. „Es herrscht Goldgräberstimmung“, bestätigt Busch-Maaß eine Feststellung von Naturschützer Rolf Runge (BUND). Er hatte die Sorge geäußert, dass eine ungesteuerte Entwicklung über Jahrzehnte Natur und Landschaft, Tourismus und Landwirtschaft beeinträchtigen könne.
Filter werden auf das Stadtgebiet angewendet
„Gerade das wollen wir mit unserer Planung in der Stadt Aurich verhindern“, so die Stadtbaurätin. Ein zweiter Vorteil bei der Vorgehensweise der Stadt Aurich sei, dass die Planungen für die Photovoltaikanlagen beschleunigt würden.
Verschiedene Filter werden auf das gesamte Stadtgebiet angewendet, um am Ende sagen zu können, welche Flächen überhaupt für Freiflächen-Photovoltaikanlagen infrage kommen könnten. Neben dem niedersächsischen Klimagesetz sind das vor allem das Landesraumordnungsprogramm sowie das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Aurich. Die Vorgabe ist dabei, dass mindestens 0,47 Prozent der Stadtfläche als Gebiet für die Erzeugung von Solarstrom zur Verfügung stehen soll. Bislang gibt es in der Stadt Aurich einen Zwischenstand, der noch einen weitaus größeren Teil des Stadtgebietes als so genannte Potentialflächen nennt. Nun ist die Politik gefragt, einen Rahmen zu setzen.
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