Gesundheit  Auricher Ärztekammer sicher, die Grippewelle kommt in den Kreis

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 18.12.2022 12:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Frau putzt sich die Nase. Bundesweit steigt die Zahl der Grippefälle rasant. Im Kreis Aurich ist das anders. Foto: DPA
Eine Frau putzt sich die Nase. Bundesweit steigt die Zahl der Grippefälle rasant. Im Kreis Aurich ist das anders. Foto: DPA
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Entgegen dem bundesweiten Trend ist die Grippe im Landkreis Aurich zwar noch nicht angekommen. Das könnte sich laut Dr. Jörg Weißmann aber schon Anfang des Jahres ändern.

Aurich - Noch lässt die Grippewelle im Landkreis Aurich auf sich warten. Das sagt der Vorsitzende der Auricher Ärztekammer, Dr. Jörg Weißmann. Ein Grund zur Freude ist das allerdings nicht. Aktuell ächzen die Praxen bereits unter der Belastung durch die Erkältungswelle.

Auf Bundesebene hat die Grippewelle die Menschen bereits fest im Griff. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt die Zahl der gemeldeten Fälle rasant. „Influenzaviren verursachen aktuell den Hauptteil der akuten Atemwegserkrankungen“, heißt es im Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI. Seit Anfang November steigt demnach die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen an und liegt deutlich über dem Niveau der Vorjahre, auch vor Corona.

Dr. Jörg Weißmann, Vorsitzender der Ärztekammer.
Dr. Jörg Weißmann, Vorsitzender der Ärztekammer.

Grippewelle wird kommen

Auch im Kreis Aurich sind viele Menschen krank. Wie eine Anfrage der ON bei der AOK ergab, holten sich in der ersten Dezemberwoche mehr als zehn Prozent der versicherten Beschäftigten im Kreis Aurich eine Erstkrankschreibung.

Trotz der Krankheitswelle, die über den Landkreis hinwegfegt, ist von der Grippe noch nicht viel zu spüren, sagt Weißmann. „In Ostfriesland stagniert sie“, so der Ärzte-Chef. Warum, könne man nicht genau sagen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass Ostfriesland nicht etwa von der Grippe in dieser Saison verschont bleibe. „Die Welle wird vermutlich Anfang nächsten Jahres kommen“, sagte Weißmann. „Ich rechne damit, dass es zu uns herüberschwappt.“

Immer mehr Komplikationen

Gut nachgefragt sind derzeit laut Weißmann die Grippeimpfungen. Dieser Trend zeichne sich bereits seit einigen Jahren ab. Sorge bereitet Weißmann hingegen, dass die Praxen bereits jetzt unter Volllast arbeiten. Das sei ab Herbst auch erst einmal nicht ungewöhnlich. Jedoch sind aktuell besonders viele Menschen krank, vor allem Erkältungen greifen um sich.

Kinderkliniken meldeten in der Vergangenheit bereits den Notstand. Aber auch bei Erwachsenen nimmt die Zahl der schweren Verläufe zu, sagt der Ärzte-Chef. Geschätzt verzeichne man etwa doppelt so viele wie in den Vorjahren. Es komme immer öfter zu Komplikationen wie Lungenentzündungen.

Immerhin litten die Praxen derzeit nicht wegen der Erkältungswelle unter akutem Mitarbeitermangel, sagte Weißmann. So sei die Situation nicht anders als in den Vorjahren. Der Ärzte-Chef geht davon aus, dass es der Maskenpflicht in den Praxen zu verdanken ist. Zudem seien die Mitarbeiter selbst oft gegen die Grippe geimpft. Mit einem massenweisen Ausfall des Personals rechnet er zu Beginn der Grippewelle in Ostfriesland also nicht.

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