Letzte Sitzung im Jahr 2022 Auricher Rat beschließt höhere Steuern und Gebühren
In seiner letzten Sitzung des Jahres fasste der Auricher Rat einige Beschlüsse, die für die Einwohner ins Geld gehen. Ein Überblick.
Aurich - Geld für die Stadt Aurich hat der Rat am Donnerstag beschafft. Um das leere Stadtsäckel zu füllen, wurden Steuern und Gebühren in der letzten Sitzung dieses Jahres angehoben. Ein Überblick.
Grundsteuern A und B
Nicht mehr im Haushalt selbst, sondern in einer eigenen Hebesatzsatzung ist ab sofort die Höhe der Grund- und der Gewerbesteuern festgelegt. Der Vorteil: Es müssen keine vorläufigen Bescheide mehr ausgestellt werden. Der Bürger weiß gleich am Anfang des Jahres, was er an Grundsteuern zu zahlen hat. Der Nachteil: Die jetzige Erhöhung der Grundsteuern A und B von jeweils 395 Prozent auf 420 Prozent greift dadurch bereits ab dem 1. Januar – und nicht erst, wenn der Landkreis Aurich den Haushalt genehmigt hat. Mittelfristig wird über die Einführung der Grundsteuer C für baureife, aber unbebaute Grundstücke nachgedacht.
Mit der Erhöhung muss für ein 8300 Quadratmeter großes Stück landwirtschaftlicher Fläche laut Stadtverwaltung 46 Cent im Jahr mehr bezahlt werden. Ein 700 Quadratmeter großes Grundstück, bebaut mit einem Einfamilienhaus, wird pro Jahr 23,40 Euro teurer. Die Gewerbesteuer wurde nicht erhöht. Darüber wird bei den Haushaltsberatungen entschieden.
Abwassergebühren
Gebühren müssen kalkuliert werden. Anders als Steuern sind sie zweckgebunden und dienen dazu, kostendeckend zu arbeiten. Daher musste bei der Abwasserbeseitigung (zentral und dezentral) der Preis angehoben werden. Bei der Schmutzwasserkanalisation kostet ab dem 1. Januar ein Kubikmeter Abwasser 2,90 Euro (bisher 2,70 Euro).
Bei der dezentralen Entsorgung von Abwasser aus Grundstücksabwasseranlagen steigt der Preis von 42 Euro auf 44 Euro je Kubikmeter an.
Straßenreinigung
Um 20 Prozent steigt ab dem 1. Januar der Gebührensatz für die Straßenreinigung. Wie hoch der jeweilige Betrag ausfällt, hängt von der Anzahl der Reinigungen pro Woche und von der Größe des Grundstückes des Anliegers ab. Insgesamt erwartet die Stadt in diesem Bereich 52.000 Euro an Mehreinnahmen.
Parkgebühren
Wer sein Auto in Aurich auf öffentlichen Stellplätzen parkt, muss ab dem 1. Januar wieder länger dafür zahlen. Montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr und sonnabends von 7 Uhr bis 13 Uhr. Angehoben wurden auch die Gebührensätze in Aurich. Bislang kosteten die ersten 30 Minuten 20 Cent, jede volle Stunde einen Euro.
Künftig werden je angefangene zehn Minuten 20 Cent fällig, am Badesee Tannenhausen je angefangene Stunde zwei Euro. Der Tageshöchstsatz in der Innenstadt steigt von fünf auf sechs Euro, am Badesee von zwei auf fünf Euro. Am Ellernfeld und am Lüchtenburger Weg steigt der Tageshöchstpreis auf 2,50 Euro.
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