Norder Stadtrat Ab Januar wird in Norden vieles teurer
In der letzten Ratssitzung des Jahres wurde in Norden noch einmal an der Gebührenschraube gedreht. Teurer wird es sowohl für Einheimische als auch für Gäste.
Norden - Ein letztes Mal in diesem Jahr hat in dieser Woche der Rat der Stadt Norden getagt. Eine teure Sitzung – vor allem für die Bürger, denn die müssen für viele der Beschlüsse aufkommen. Ob Parkgebühren, Entwässerungsgebühren, Straßenreinigung oder der Touristenbeitrag – alles wird teurer. Die Begründung ist fast immer die gleiche: „aktuelle Situation, Inflation, Preissteigerung.“
Das nützt denen, die es zahlen müssen wenig. Denn die Inflation trifft sie ja auch selbst in allen Bereichen. Jetzt kommen zu den hohen Kosten für Energie, Lebensmittel, Kraftstoff auch noch deutlich höhere Gebühren für die Schmutzwassergebühr hinzu. Die steigen ab 2023 auf 3,30 Euro pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch. Bisher waren es 2,73 Euro. Für eine Familie mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 120 Kubikmeter bedeutet der Gebührenanstieg zusätzliche Kosten von jährlich 68,40 Euro beziehungsweise monatlich 5,70 Euro.
Wasser sparen bringt keine Ersparnis
Jetzt könnte man sagen: Weil in Norden keine Grundgebühr für die Abwasserbeseitigung gibt und rein die Verbrauchskosten über die eigene Rechnung entscheiden, hätten es die Norder selbst in der Hand. Verbrauchen sie weniger, wird es günstiger. Es ist genau dieses Argument, dass auch die Norder Verwaltung für dieses Gebührenmodell heranzieht. „Ein privater Haushalt wird dadurch stärker zum Sparen von Frischwasser animiert, da sich dies auf sein komplettes Gebührenaufkommen auswirkt und nicht nur auf den verbleibenden variablen Kostenanteil“, heißt es in der entsprechenden Vorlage. Wer aber weiter liest, findet in der Kalkulation für 2023 genau dieses Argument ad absurdum geführt. Da heißt es dann nämlich: Die Gebührenerhöhung sei unter anderem nötig, wegen der stark steigenden Kosten durch die Inflation, aber auch wegen eines sinkenden Wasserberbrauchs. Denn, wenn alle Bürger weniger Wasser verbrauchen und letztlich weniger zahlen müssen, fehlen der Stadt die Einnahmen für die laufenden Kosten. Also werden die Gebühren erhöht.
Während die Nachbarstadt Aurich seit Jahren über die Einführung der Regenwassergebühr diskutiert, erhöht Norden die Niederschlagswassergebühr im kommenden Jahr von 0,29 auf 0,32 Euro pro Quadratmeter überbauter und befestigter Fläche. Für Grundstückseigentümer mit einer versiegelten Fläche von 250 Quadratmetern bedeutet der Gebührenanstieg zusätzliche Kosten von jährlich 7,50 Euro beziehungsweise monatlich 0,63 Euro.
Auch Parkgebühren steigen
Das klingt alles nicht viel, ist aber auch ein weiterer Teil in der Kostenspirale. Genauso wie die Parkgebühren. Die steigen in allen drei Parkzonen unterschiedlich deutlich an. In der Parkzone I gilt bis 100 Minuten eine Mindestgebühr von zwei Euro, jede weitere angefangene halbe Stunde kostet künftig 60 Cent, zehn Cent mehr als bisher. Wer länger als zwölf Stunden parkt, zahlt dafür 30 Euro. Wohnmobile zahlen künftig für den Wohnmobilstellplatz in Norddeich 17 statt elf Euro pro Tag. Die Verwaltung hatte lediglich eine Erhöhung auf 13 Euro vorgeschlagen, die SPD-Fraktion hatte 20 Euro gefordert. Am Ende entschied sich die Mehrheit für benannte 17 Euro. Auch in den Parkzonen II und III steigen die Gebühren auf 60 Cent für jede angefangene halbe Stunde, und zehn Cent für das Kurzzeitparken (15 Minuten). In Parkzone II gilt für je zwölf Stunden parken eine Gebühr von 1,50 Euro.
Aber nicht nur die Einheimischen müssen ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Auch für die Gäste in Norden und Norddeich wird es teurer. Der Gästebeitrag wird nach der Dauer des Aufenthaltes bemessen und beträgt ab dem 1. Januar pro Übernachtung für Personen ab 14 Jahren in der Hauptsaison 3,50 Euro, in der übrigen Zeit 1,80 Euro. Der Jahresgästebeitrag beträgt 98 Euro. Der pauschalierte Gästebeitrag beträgt in den Staffelungen bei Eigennutzung von einer bis neun Übernachtungen 31,50 Euro. Bei Eigennutzung von zehn bis 18 Übernachtungen 63 Euro und bei Eigennutzung von 19 bis 27 Übernachtungen 94,50 Euro.