Medizinische Versorgung Norder Grüne wollen Klinik als Grundversorger
Eine Rede von Sozialministerin Daniela Behrens über die Zukunft des UEK-Standortes hat für Irritationen gesorgt. Die Grünen wollen die Versorgungssicherheit notfalls einklagen.
Norden - Die Norder Grünen haben ihrer Forderung nach dem Erhalt des Norder Krankenhauses als Grundversorger bis zum Start der Zentralklinik noch einmal Nachdruck verliehen. Auslöser war eine Äußerung von Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) zur Krankenhausplanung 2023/24 vor dem Sozialausschuss, über die das Politik-Magazin „Rundblick“ berichtet hat.
Darin heißt es unter anderem: „Das Marienhospital Ankum-Bersenbrück werde bereits zum „Regionalen Gesundheitszentrum heruntergestuft, ähnliche Pläne stünden in Sulingen, Bad Gandersheim und Norden an.“ Walter Zuber, Vorsitzender des Grünen Ortsverbandes Norden, liest daraus, dass die Sozialministerin die Aufgabe der Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) Norden als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung schon im kommenden Jahr plant. Das teilte Zuber in einer Pressemitteilung mit – und holte darin auch gleich die große verbale Keule raus: „Um die auf Jahre drohende stationär-medizinische Unterversorgung des Altkreises Norden abzuwenden, bleibt offenbar nur noch der Weg, die Krankenhausversorgung durch Vertreter des Altkreises Norden mit Hilfe der Gerichte durchzusetzen“, teilte Zuber mit. Zwar wollte er auf Nachfrage nicht bestätigen, dass er persönlich eine solche Klage anstrebe. Wohl aber werde er mit den anderen Parteien in Norden sprechen und sich dafür einsetzen, dass die UEK Norden bis zum Zentralklinikum ein Grund- und Regelversorger bleibt. „Die können uns das doch vorher nicht kaputt machen“, sagte Zuber.
Rede der Ministerin wirft Fragen auf
Beim Sozialministerium in Hannover versteht man die Aufregung nicht so ganz. Aus Sicht von Pressesprecher Oliver Grimm hat Behrens nicht den Abgesang auf die Norder Klinik gesungen. Sie habe neben der Klinik in Ankum-Bersenbrück lediglich die Standorte genannt, die Teil des Statamed-Modellprojektes werden (wir berichteten) – und dazu zähle eben auch Norden. Dabei verwies Grimm auf die Original-Rede der Ministerin.
Gerade der Blick in diese Rede wirft aber Fragen auf. Denn darin setzt die Ministerin das geplante RGZ in Ankum-Bersenbrück mit den Klinikstandorten des Statamed-Projektes quasi gleich. „Wir haben also vier RGZ-Standorte in der Entwicklung“, sagte Behrens.
Grüne: Klinik braucht lediglich Personal
Dass Norden künftig mit dem Statamed-Projekt ein Regionales Gesundheitszentrum werden soll, davon weiß in Norden zumindest offiziell noch niemand etwas. Wie berichtet, überlässt die Trägergesellschaft es ihrem neuen Geschäftsführer Dirk Balster ab Januar, eine neue Gesamtstrategie für das Krankenhaus Norden zu entwickeln. Teil dieser Strategie soll dann auch das Statamed-Projekt sein, bei dem der Standort in eine ambulant-stationäre Versorgung vorwiegend für ältere Patienten mit akuten Infekten oder chronischen Erkrankungen umgewandelt werden soll.
Für Zuber ist das kein Thema. Als Grundversorger für alle Patienten brauche die Klinik keine neuen Strukturen, sondern lediglich neues Personal. Dass für die Klinik Norden kein Personal zu finden sei, hält Zuber zudem für ein Märchen, verbreitet von der Trägergesellschaft. Die Diskussion um die Norder Klinik wird weitergehen – zumindest so lange, bis jemand sich traut, offiziell das Aus der Klinik zu verkünden.