Köln  Moderatoren-Debakel bei „Menschen, Bilder, Emotionen“: Die schlimmsten Fremdschäm-Momente

Maria Lentz
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Von Maria Lentz
| 12.12.2022 14:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas Gottschalk moderierten am Sonntagabend den RTL-Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2022“ - und sorgten gleich für mehrere unangenehme Momente. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas Gottschalk moderierten am Sonntagabend den RTL-Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2022“ - und sorgten gleich für mehrere unangenehme Momente. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
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Sie waren das neue Moderatoren-Duo des RTL-Jahresrückblickes: Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas Gottschalk. Doch was sie bei „Menschen, Bilder, Emotionen 2022“ ablieferten, war peinlich. Ob unpassende Bemerkungen oder schlechte Witze – den Zuschauenden boten sich jede Menge Momente zum Fremdschämen.

Es war schon vor der Show am Sonntagabend abzusehen: Der große RTL-Jahresrückblick versprach angesichts des Ukraine-Krieges, der Proteste im Iran, der Energiekrise in Deutschland und der Sorgen um die Inflation nicht besonders positiv zu werden. Das neue Moderatoren-Duo aus Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Show-Master Thomas-Gottschalk, das in Günther Jauchs Fußstapfen trat, trug aber auch nicht dazu bei, es besser zu machen – ganz im Gegenteil.

Über drei Stunden mussten die Zuschauerinnen und Zuschauer von „Menschen, Bilder, Emotionen 2022“ eine Reihe von unangebrachten Äußerungen und schlechten Witzen ertragen. Begonnen mit Guttenbergs wenig geistreichem Witz über die ausgiebige Nutzung des 9-Euro-Tickets eines Studio-Gastes („Sie haben das 9-Euro-Ticket in vollen Zügen genossen.“) bis hin zu Gottschalks derber Beleidigung gegenüber Sarah Connor, die krankheitsbedingt nur via Telefon zugeschalten war („Es war ein Scheiß-Jahr, aber es gibt auch gute Nachrichten: Sarah Connor hat abgesagt.“).

Das war aber noch längst nicht alles. So war unter anderem das achtjährige ukrainische Mädchen Amelia zu Gast, das in einem Kiewer Luftschutzbunker mit dem Lied „Lass jetzt los“ aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“ für ein wenig Hoffnung sorgte. Das Video davon ging im Frühjahr viral.

Gottschalks Eingangsfrage zu diesem emotionalen Auftritt: „Das hast du aber nicht gemacht, um berühmt zu werden, oder?“ Entsprechend knapp fiel die Antwort der Kleinen aus, die sichtlich nicht wusste, wie sie darauf reagieren soll: „Ja.“

Einen anderen Fauxpas leistete sich Guttenberg, den man einst als „politischen Lackaffen“ kannte, wie er selbst zu Beginn des TV-Jahresrückblickes über sich zu witzeln versuchte: Im Gespräch mit der im Iran misshandelten und vergewaltigten und vor vier Jahren nach Deutschland geflohenen Sanaz Safaie lachte er immer wieder leicht auf – trotz des ernsten, erschütternden Themas. Eine Reaktion, die seiner Unsicherheit geschuldet sein mochte, an dieser Stelle aber äußerst irritierend war.

Überhaupt wirkte der Ex-Politiker oft unbeholfen, seltsam steif. Auch ein Zusammenspiel zwischen ihm und seinem Moderatoren-Kollegen Gottschalk schien schlichtweg nicht vorhanden zu sein. So warfen sich die beiden zur Eröffnung der Sendung Sätze zu, die vielleicht witzig gemeint waren, aber eher stichelnd rüberkamen.

So riet Guttenberg Gottschalk: „Spar dir bitte den Karl-Theodor, KT reicht vollkommen.“ Damit spare er sich Redezeit, das freue den Neu-Moderator und den Sender. Gottschalk fiel ihm schon währenddessen ins Wort: „Du hast viele Vornamen, ich könnte mir die wahrscheinlich gar nicht merken, oder?“ Guttenbergs Antwort: „Wir können ja versuchen, sie nochmal aufzusagen, aber das lassen wir heute Abend besser.“

Gottschalk wies seinen Co-Moderator noch darauf hin, dass die Twitter-Gemeinde schon ihre Stifte gespitzt habe. Guttenberg kontert: „Man merkt, du bist alt geworden. Denn die Twitter-Gemeinde hat keine Stifte in der Hand.“ Der „Silberrücken der deutschen Fernsehlandschaft“, wie er zuvor bezeichnet wurde, versuchte sich noch unbeholfen zu rechtfertigen, in dem er wieder ins Wort fällt: „Das war doch bildlich gesprochen.“

Mit den Worten „einen gemeinsamen Shitstorm sollten wir doch hinbekommen“, sollte Gottschalk jedenfalls gar nicht so Unrecht haben.

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