Hamburg/Osnabrück  Fracking gegen hohe Gaspreise? Firmen wollen mehr Gas in Deutschland fördern

Dirk Fisser, Nina Kallmeier
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Von Dirk Fisser, Nina Kallmeier
| 09.12.2022 10:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Gaspreis in Deutschland ist hoch. Ließe er sich senken, wenn die Förderung heimischen Erdgases vorangetrieben wird? Der Dachverband der Förderunternehmen sagt: Das wäre möglich, wenn Fracking erlaubt wird. Foto: Frank Rumpenhorst
Der Gaspreis in Deutschland ist hoch. Ließe er sich senken, wenn die Förderung heimischen Erdgases vorangetrieben wird? Der Dachverband der Förderunternehmen sagt: Das wäre möglich, wenn Fracking erlaubt wird. Foto: Frank Rumpenhorst
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Die Förderunternehmen in Deutschland halten Förderung heimischen Erdgases und somit die Senkung des Gaspreises für möglich. Voraussetzung: Das umstrittene Fracking in Lagerstätten wird erlaubt. Aber auch ohne Fracking soll die Förderung von Öl und Gas in Norddeutschland deutlich erhöht werden.

Mehrere Förderunternehmen planen nach Recherchen unserer Redaktion ihre Gas- und Öl-Förderung in Deutschland auszuweiten. So teilte ein Sprecher von Wintershall Dea auf Anfrage mit, dass derzeit geprüft werde, ehemalige Gasfelder wieder in Betrieb zu nehmen.

„Kurzfristig kann Wintershall Dea für die nächsten zwei bis drei Jahre ihre jährliche heimische Gas- und Ölförderung in Deutschland bis zu 10 Prozent steigern”, so der Unternehmenssprecher. Dafür sei kein Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie erforderlich. Dennoch sei politische Rückendeckung nötig, da die Projekte auch so genehmigungspflichtig seien.

Ein Sprecher des Unternehmens Vermilion erklärte, man plane 2023 durch eine Querbohrung aus einem bestehenden Bohrloch nördlich von Bad Fallingbostel mögliche weitere Gas-Lagerstätten zu erkunden. Auf zwei weiteren Ölfeldern in Niedersachsen sollen zudem in Kürze die Bohrungen beginnen. „Ebenso konkretisieren zurzeit sich weitere kurz- bis mittelfristige Gasprojekte”, erklärte der Sprecher.

Konkurrent Neptune Energy ist derweil in der Grafschaft Bentheim aktiv: in einem Erdgasfeld bei Adorf wird derzeit eine dritte Bohrung niedergebracht, eine vierte ist für 2023 geplant. Insgesamt rechnet Neptune damit, 200.000 Haushalte aus der Lagerstätte in der Grafschaft Bentheim mit Gas versorgen zu können.

Nach Angaben des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) ist eine weitere deutliche Steigerung der Gas-Produktion in Deutschland nur mithilfe von Fracking in Schieferstein möglich. Die Methode ist derzeit allerdings nicht erlaubt.

Eine Sprecherin des Dachverbandes der Förderunternehmen sagte, eine Verdopplung der Fördermenge von derzeit etwa fünf Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr auf zehn Milliarden sei binnen drei bis fünf Jahren möglich. „Wenn ein weiterer Ausbau politisch forciert würde, käme der Anteil heimischer Produktion dann wieder in den Bereich von 20 Prozent. Das hätte spürbaren Einfluss auf den Gaspreis und die Versorgungssicherheit.”

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