Auricher Markthalle Café Extrablatt nimmt die nächste Hürde
Kurz vor Schluss hat die Auricher Verwaltung einen Investor präsentiert, der die Politik überzeugt hat. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
Aurich - Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das „Café Extrablatt“ in die Auricher Markthalle einziehen. Am Donnerstag nahm das Projekt im Bauausschuss der Stadt die nächste Hürde, nachdem auch der Ortsrat Kernstadt sich für den Plan ausgesprochen hatte. Nicht einverstanden mit dem Erhalt des Gebäudes sind die Linksfraktion sowie die Grünen im Auricher Rat. Die Linken sind dieser Ansicht bereits seit Jahren. Die Grünen sind im Verlauf der Debatten in den vergangenen zehn Jahren dorthin gelangt.
Der Hauptkritikpunkt der beiden Fraktionen: Eigentlich war sich der Rat einig, dass die Stadt Aurich kein Geld mehr zuschießen soll, wenn ein neuer Pächter kommt. Das wird nun nicht so sein. Nach den Berechnungen der Stadtverwaltung werden es mindestens 23.000 Euro jährlich sein, die aus dem Haushalt gezahlt werden müssen. Außerdem seien, so Gila Altmann (Grüne), weitere Vorgaben des Bebauungsplanes für das Gebäude nicht eingehalten. Die Norderstraße werde weiter abgekoppelt, weil es keine Öffnung auf der Nordseite der Halle geben wird. Und es wird ausschließlich Gastronomie geben, keinen Handel.
SPD: Diskussion um Toilette endlich beendet
Argumente, die den Rest des Ausschusses nicht überzeugten. Das „Café Extrablatt“ in der Markthalle, so Richard Rokicki (AWG), biete für die ganze Stadt einen Mehrwert. „Das sollte uns das Defizit wert sein.“ Er erwartet, dass auch junge Leute das neue Angebot begrüßen würden. Arno Fecht (FDP) war früher selbst Gegner der Markthalle, dachte insbesondere an die Norderstraße. „Aber ich musste lernen: Die Norderstraße und auch der Wochenmarkt sprechen sich nicht gegen die Markthalle aus.“ Eine Einschätzung, die Elke Lenk (Kaufmännischer Verein) bestätigte.
„Es ist eine Punktlandung um kurz vor 12“, fasste Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) die Vorstellung des Extrablatt-Vorschlags zusammen. Die Gruppe SPD/GAP werde zustimmen, zumal mit dem Entwurf auch endlich die jahrelange Diskussion um eine behindertengerechte Toilette auf dem Marktplatz beendet werde.
Rat hat das letzte Wort
Ganz anders sah das Gunnar Ott (Grüne). „Ich habe selten ein so hässliches Gebäude gesehen.“ Die Stadt sei seit 30 Jahren mit der Halle baden gegangen und werde es nun weiter tun. Die Halle zeige der Norderstraße den Rücken. Und wegen des Klimawandels müsse man eher Gras an der Stelle säen.
Jens Coordes (CDU) hatte danach genug gehört. „Ich habe die Schnauze voll, ihr seid immer nur dagegen“, rief er den Linken und den Grünen zu. Alles werde immer nur negativ dargestellt. Der Wochenmarkt müsse nur während des Weihnachtszauber seinen angestammten Platz verlassen. Bei allen anderen Veranstaltungen bleibe er auf dem Marktplatz. „Beim Weinfest haben wir auch mit der Kogge und der Außengastronomie des Bäckers gelebt“, entgegnete Coordes Befürchtungen, die Außenbestuhlung des „Café Extrablatt“ könnte künftig Veranstaltungen auf dem Marktplatz verhindern.
Am Ende hatte der Bauausschuss sich festgelegt. Elf der Mitglieder stimmten für das Extrablatt, zwei waren dagegen. Abschließend wird der Auricher Rat sich am Donnerstag kommender Woche mit der Markthalle befassen. Die Ratssitzung beginnt am 15. Dezember um 17 Uhr in der Auricher Stadthalle.
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