Touristiker zieht Bilanz Weniger Tagesgäste beim Auricher Weihnachtsmarkt
Aus Nordrhein-Westfalen und Südniedersachsen kommen weniger Kurzurlauber zum Auricher Weihnachtsmarkt als noch 2019, vor der Corona-Pandemie. In einem anderen Segment sieht es hingegen sehr gut aus.
Aurich - Es gibt auf dem Auricher Weihnachtszauber keine Corona-Auflagen mehr. Und doch liegt die Zahl der Touristen von außerhalb unter dem Niveau von 2019. Das sagt Marco Bordasch, Geschäftsführer des Verkehrsvereins Aurich, auf ON-Anfrage. Auch Auricher würden seltener als noch 2019 zu den Weihnachtsmärkten zum Beispiel nach Osnabrück oder Münster fahren. „Das sehen wir an den Ticketverkäufen unserer Bahnagentur.“
Bestätigt worden sei ihm das auch von Schausteller Angelo Kanzler, so Bordasch. Auf den Märkten außerhalb Ostfrieslands würden die auswärtigen Besucher spürbar fehlen. In Aurich seien diese Besucher eher das Sahnehäubchen. Denn der Auricher Weihnachtszauber habe Gäste, die von der gesamten ostfriesischen Halbinsel kämen. Das sehe man schon daran, dass die bisher verlosten Autos der Lotterie „Goldene 7“ nach Hinte und nach Jever gegangen seien.
Küste profitiert von schwächelnden Skigebieten
„Die Bürger halten aus den bekannten Gründen ihr Geld zusammen“, sagt Bordasch. Daher werde auf Tagesausflüge oder auch Kurztrips mit ein oder zwei Übernachtungen eher verzichtet. Ganz anders hingegen der Trend für die Urlaubszeit zwischen Weihnachten und Neujahr. „Das sieht sehr, sehr gut aus“, sagt Marco Bordasch. Als Ursache für die hohen Buchungszahlen hat er einen Trend im Süden der Republik ausgemacht.
Teilweise sind die Hotels in Aurich für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bereits ausgebucht. Es gebe in diesem Jahr mehr Buchungen in diesem Zeitraum als vor der Corona-Pandemie. Damit zeigt sich zwischen den Festtagen ein anderer Trend als bei den Tagestouristen.
Die Ursache dafür sieht Bordasch in der gesunkenen Nachfrage in den Skigebieten. „Die großen Skigebiete haben echt Probleme.“ Davon würde in diesem Jahr die Nordseeküste profitieren.
Entgegen den Befürchtungen seien auch die Geschäftsreisenden wieder zurückgekommen. Denn das persönliche Gespräch werde doch den Videokonferenzen vorgezogen. Grade in der Vorweihnachtszeit seien viele Hotelgäste beruflich in der Stadt. Nach den Meetings gehe es dann weiter auf den Auricher Weihnachtszauber. „Das sehen wir sehr oft“, so Bordasch. Unterm Strich laufe das Geschäft zum Jahresende also gut, resümiert der Touristiker. So könne es gerne bleiben.