Illerkirchberg  Illerkirchberg: Ehemals Verdächtiger springt vor Güterzug und stirbt

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 08.12.2022 11:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Zusammenhang mit der Bluttat von Illerkirchberg hat ein ehemals Verdächtiger nun Suizid begangen. Foto: dpa/Ralf Zwiebler
Im Zusammenhang mit der Bluttat von Illerkirchberg hat ein ehemals Verdächtiger nun Suizid begangen. Foto: dpa/Ralf Zwiebler
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Das Drama um den Angriff auf zwei Mädchen in Illerkirchberg hat ein neues Kapitel. Ein ehemalig Verdächtiger hat nun Suizid begangen.

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, hat sich ein 25-Jähriger nach der tödlichen Attacke in Illerkirchberg das Leben genommen. Der Mann war vorübergehend in Tatverdacht geraten, weil die Polizei ihn nach der Attacke in der Flüchtlingsunterkunft angetroffen hatte. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Mann nichts mit der Tat zu tun gehabt hatte. Wenig später beging der Mann am Bahnhof im nahen Senden Suizid.

Die Staatsanwaltschaften in Memmingen und Ulm, sowie die Polizeipräsidien Schwaben Süd-West und Ulm berichten den Hergang demnach übereinstimmend. Der 25-Jährige sei am Mittwoch gegen 13 Uhr vor einen Güterzug gesprungen, der in den Bahnhof einfuhr. Der Mann starb an Ort und Stelle. Die Ermittler gehen nicht von Fremdverschulden aus.

Ein 27-Jähriger - ebenfalls Eritreer - soll am Montag in Illerkirchberg bei Ulm zwei Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und schwer verletzt haben. Eines der Opfer starb später in der Klinik. Die Obduktion ergab, dass die 14-Jährige mit türkischem Migrationshintergrund nach Stichverletzungen verblutete. Das zweite Mädchen im Alter von 13 Jahren wurde schwer verletzt. Die Polizei fand bei dem 27-Jährigen ein Messer, das die Ermittler für die Tatwaffe halten.

Der Verdächtige soll sich nach ersten Erkenntnissen selbst verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft verspricht sich nach Angaben vom Donnerstag von rechtsmedizinischen Untersuchungen mehr Aufschluss darüber, wie es konkret zu den Verletzungen kam. Der 27-Jährige befinde sich in einem Justizvollzugskrankenhaus und schweige weiter zu den Vorwürfen.

Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Laut Staatsanwaltschaft gab es zunächst keine Anhaltspunkte, dass sich der Mann und die Opfer kannten. Die Ermittler prüfen nach eigenen Angaben, ob der 27-Jährige zuvor auffällig aggressiv gewesen sei. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Der Mann befand sich zuletzt verletzt in einem Justizvollzugskrankenhaus. Auch hier geht die Staatsanwaltschaft von Suizidgefahr aus. Warum er die beiden Schülerinnen angriff, blieb weiter unklar.

Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym. Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222. Kontakt übers Internet (Chat- oder Mailberatung). (mit dpa-Material)

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