Schleswig Tierhalterin verschickt Katze versehentlich per Post nach Schleswig-Holstein
Zwei Menschen in Schleswig-Holstein staunten, als sie ein Paket öffneten. Sie hatten bei Ebay einen Handrasenmäher bestellt. Zusätzlich saß aber eine Katze im Karton.
Zuerst war es ein Schock, als Marvin Knutzen aus Schleswig mit seiner Familie das Paket öffnete. Über Ebay hatte er sich einen Handrasenmäher bestellt. Doch neben dem Gerät kam auch eine kleine Katze zum Vorschein. „Ich habe gedacht, das ist ein Scherz“, so Knutzen.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Meldung über mehrere in einem Karton ausgesetzte Katzen für Entsetzen gesorgt. Ein Tier verstarb, die anderen konnten gerade noch rechtzeitig vom Tierheim gerettet werden.
So viel vorweg: Ganz so dramatisch endet dieser Fall nicht, im Gegenteil. Doch an jenem Samstagmorgen weiß Marvin Knutzen noch nicht, mit wem oder was er es genau zu tun hat. Er vermutet zunächst, dass das Tier nicht mehr lebt. „Sie hat sich nicht bewegt. Wir sind davon ausgegangen, dass die Katze tot ist“, erzählt er. „Dann haben wir aber gemerkt, dass sie doch noch atmet.“
Seine Frau entschließt sich, die Polizei zu rufen. Dort rät man ihm, das Tierheim und die Verkäuferin des Pakets zu kontaktieren. Gesagt, getan: „Haben Sie eine schwarz-weiße Katze?“, fragt Knutzen die Verkäuferin des Handrasenmähers.
Als die Nachricht bei Susanne Schneider aufploppt, wundert sie sich über die seltsame Frage. „Nicht nur eine“, denkt sie sich und vermutet, dass ein paar Katzenhaare in dem Karton mitgekommen sein müssen.
Wenige Nachrichten später stellt sie mit Entsetzen fest, dass genau das passiert ist.
Der Schreck sitzt der Katzenliebhaberin aus Mecklenburg-Vorpommern einige Tage nach dem Verschwinden noch spürbar in den Knochen, auch wenn sie inzwischen erleichtert ist, dass es ihrem Tier gut geht.
Sie habe „ein paar mehr Katzen als üblich“, erzählt sie, weil sie sich als Tierschützerin für verwahrloste und herrenlose Katzen einsetzt, die bei ihr auf dem Hof Unterschlupf finden. Deshalb habe sie das Verschwinden auch nicht gleich bemerkt.
Dass ausgerechnet ihr so etwas passiert, kann sie immer noch nicht glauben. „Sie muss sich unter dem ganzen Verpackungsmaterial versteckt haben“, vermutet die Besitzerin. Das Tier hatte allerdings Glück im Unglück und musste nur eine Nacht in dem Paket ausharren.
„Katzen lieben Kartons“, weiß auch Yvonne Wiegers-von Wegner, Vorsitzende des Schleswiger Tierschutzvereins. Sie kann sich dadurch gut vorstellen, wie es zu dem Unglück gekommen ist. Und sie bestätigt: Susanne Schneider ist eine „absolute Katzenliebhaberin und total engagiert.“
Auch aus diesem Grund hat man sich beim Tierschutzverein dazu entschlossen, der Besitzerin zu helfen. Sie besitzt nämlich kein Auto. „Wir haben entschieden, dass wir ihr die Katze nach Hause bringen“, so Wiegers-von Wegner. Ebenfalls im Gepäck: Einige Sack Katzenfutter. Am Nikolaustag soll es das Wiedersehen geben.