Kita-Trägerschaft in Aurich  Nach Debatte im Ortsrat ein klares Ergebnis

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 02.12.2022 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kinder balancieren auf einem Brett. Foto: DPA
Kinder balancieren auf einem Brett. Foto: DPA
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Im Ortsrat der Kernstadt Aurich ging es wegen der Frage um die Kita-Trägerschaft hoch her. Am Ende stimmten die Mitglieder gegen die Abgabe an den Kreis. Was bleibt, sind viele offene Fragen.

Aurich - Gegen eine Übergabe der Trägerschaft der Auricher Kitas an den Landkreis haben die Ratsmitglieder des Ortsrats Kernstadt gestimmt. Ein Beschluss ist das noch nicht, er wird erst vom Auricher Stadtrat gefasst. Dennoch zeigt sich ein Stimmungsbild in der Lokalpolitik.

Schon seit Monaten ist bekannt, dass der Landkreis Aurich die Trägerschaft über die Kitas übernehmen will. Empörung löste das vor allem bei den Kitas selbst und Eltern aus. Sie fürchten, dass die Qualität der Kitas unter neuer Trägerschaft leiden könnte.

Situation bereits desolat

Eine Befürchtung, die Heidrun Weber (GFA) im Ortsrat Kernstadt nicht nachvollziehen konnte. „Die Situation im Kita-Alltag ist bereits desolat“, sagte sie. Die Einrichtungen litten unter Personalmangel. Es gebe gesetzlich festgelegte Standards für die Kitas, darunter dürften sie auch in neuer Trägerschaft nicht sinken, sagte Weber. Und selbst wenn die Stadt die Hand über den Kitas behält: Könne sie es sich überhaupt leisten, in den kommenden Jahren den hohen Standard zu halten? Für sie sei vor allem eines wichtig, sagte Weber. Nämlich, dass es den Kindern gut gehe. „Für sie ändert sich gar nichts.“

Für Richard Rokicki (AWG) sprechen vor allem finanzielle Gründe für eine Abgabe der Trägerschaft. Die Stadt könne so vier Millionen Euro einsparen. Angesichts des stark gebeutelten Haushalts bleibe der Politik kaum eine andere Wahl. „Wo sollen wir das Geld sonst herbekommen?“, fragte der Ratsherr. „Wenn es so weitergeht, sind wir bis 2026 handlungsunfähig.“

Übergabe als einzige Möglichkeit

Die Abgabe der Kitas sei die einzige Möglichkeit, den Haushalt aufzubessern, ohne den Bürgern Kosten aufzuerlegen, sagte Rokicki. Sonst müssten anderweitig Gebühren erhöht werden. „Was sollen wir machen – freiwillige Leistungen für die Feuerwehr streichen? Oder lassen wir die Finanzen an die Wand fahren?“

Heiko Kruse-König (Grüne) teilte die Meinung seiner Vorredner nicht. Er blieb skeptisch. Man müsse sich die Frage stellen, wie schnell der Trägerwechsel überhaupt umsetzbar wäre. „Wenn es so einfach wäre, wären nicht so viele Eltern bei der Sitzung im Ausschuss gewesen“, sagte er. Sowohl der Sozial- als auch der Finanzausschuss hatte sich bereits mit der Frage der Trägerschaft befasst – beide Male gegen einen Wechsel. Im Sozialausschuss verfolgten zudem zahlreiche Besucher die Debatte.

Für Kruse-König stellte sich zudem die Frage, ob der Kreis überhaupt die nötigen Strukturen für eine nahtlose Übernahme hätte. Bis dahin könne er sich nur dagegen entscheiden.

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