Zukunft der Auricher Markthalle Politiker der Kernstadt wollen „Extrablatt“
Der Ortsrat Kernstadt Aurich hat sich für einen Einzug des Cafés Extrablatt in die Auricher Markthalle ausgesprochen. Ein paar Vorbehalte bleiben allerdings.
Aurich - Einer Entscheidung darüber, was mit der Markthalle im Zentrum von Aurich passieren soll, ist die Auricher Politik am Mittwoch einen Schritt näher gekommen. Im Ortsrat Kernstadt sprachen sich die Ratsmitglieder für den Einzug des Cafés Extrablatt aus – aber nicht ganz ohne Vorbehalte.
Seit Jahren gibt es um die Zukunft der Markthalle Diskussionen. Die Frage ist, wie soll es weitergehen? Die Zeit drängt. Bis Ende des Jahres soll die Stadt sich entschieden haben – sonst droht dem Gebäude der Abriss.
Drei mögliche Szenarien
Dass die markante Halle vom Marktplatz verschwindet, ist Teil von drei möglichen Szenarien, die im Auricher Bauausschuss am 8. Dezember vorgestellt werden sollen. Stattdessen soll ein Holzdeck gebaut werden, Gesamtkosten etwa 725.000 Euro. In diesem Fall würde der Bau einer behindertengerechten Toilette und einer Fahrradstellanlage entfallen. Szenario zwei ist ein Teilrückbau. Die Seitenschiffe werden geöffnet. Dort könnten Händler in Containern Waren anbieten. Insgesamt kämen dann Kosten von 1,25 Millionen Euro auf die Stadt zu. Szenario drei ist der Einzug von Extrablatt. 1,4 Millionen Euro würde das Unternehmen für den inneren Ausbau übernehmen. Zwei Millionen Euro müsste die Stadt tragen. Kurzfristig wäre es also die teuerste Variante für die Stadt.
Der Linken ist das Szenario drei ein Dorn im Auge. Sie spricht sich nach wie vor für den Abriss aus. Die Fraktion rechnet mit jährlichen Folgekosten von 113.000 Euro, wenn Extrablatt in die Markthalle einzieht. Dem gegenüber stünden 90.000 Euro Einnahmen durch die Pacht. Zudem sei man sich bereits einig gewesen, dass man die Norderstraße besser einbinden müsse. Derzeit sei sie durch die Halle vom Zentrum abgeschnitten. Durch die Ausbaupläne von Extrablatt werde der Hinterhofcharakter im hinteren Bereich der Markthalle noch verstärkt.
„Das ist wie ein Lottogewinn“
Im Ortsrat teilten die Ratsmitglieder die Sorgen der Linksfraktion nicht. Werner Kranz (GFA) sprach sich deutlich für den Einzug von Extrablatt aus. „Das ist ein Riesengewinn und keine Konkurrenz“, betonte er. Man könne so den Magnetismus der Stadt erhöhen, wodurch auch andere Gastronomen in der Kernstadt profitieren würden. Jens Coordes (CDU) vom Kaufmännischen Verein sah das ähnlich. „Das ist wie ein Lottogewinn“, sagte er. Extrablatt habe eine Strahlkraft weit über Aurich hinaus.
Hinsichtlich der Kosten, die auf die Stadt zukommen, waren die Ratsmitglieder optimistisch. Man müsse sich die Frage stellen, ob sich die Investitionen rentieren, sagte Kranz, und fügte hinzu: „Wenn wir die Miteinnahmen mit den Investitionen vergleichen, weiß jeder, dass es rentierend ist.“ Richard Rokicki (AWG) stimmte dem zu. „Es ist ein seriöser Partner, von dem man weiß, der kann was“, sagte er. Die Innenstadt würde belebt. Zudem sei Extrablatt auch ein Anziehungspunkt für jüngere Leute, denen man somit etwas im Zentrum von Aurich bieten könne.
Sorgen hatten vor allem die Grünen im Ortsrat. Trotz all des Optimismus bleibt es für die Stadt zunächst eine teure Angelegenheit. Man dürfe keinesfalls die Einrichtung der behindertengerechten Toiletten und der Fahrradstellplatzanlage rausstreichen, um Geld zu sparen, sagte Heiko Kruse-König. Der Rat hat Extrablatts Einzug empfohlen – einen entgültigen Beschluss wird es erst am 15. Dezember im Rat der Stadt Aurich geben.
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