Vorwürfe in Leezdorfer Ratssitzung  Ratsherr fühlte sich durch anderen Lokalpolitiker bedroht

| | 30.11.2022 18:48 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sitzung im „Oll Boo“: Der angegriffene BWG-Ratsherr Johannes Hogelücht (links) mit seinen Gruppenkollegen. Hinten (von links) Stellvertretender Gemeindedirektor Jochen Behrends, Gemeindedirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Gerhard Ihmels und Ratsvorsitzende Gisela Riesebeck. Foto: Aiko Recke
Sitzung im „Oll Boo“: Der angegriffene BWG-Ratsherr Johannes Hogelücht (links) mit seinen Gruppenkollegen. Hinten (von links) Stellvertretender Gemeindedirektor Jochen Behrends, Gemeindedirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Gerhard Ihmels und Ratsvorsitzende Gisela Riesebeck. Foto: Aiko Recke
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„Moin“-Mitglied Heinrich Ubben schilderte in der Ratssitzung am Dienstag eine Begegnung auf dem Dorffest mit BWG-Ratsherr Johannes Hogelücht. Doch dieser bekam in der Sitzung viel Zuspruch.

Leezdorf - Es war schon eine außergewöhnliche Sitzung des Leezdorfer Gemeinderates am Dienstagabend vor rund 50 Zuschauern im „Oll Boo“ der Mühle. Heinrich Ubben, Ratsherr der Wählergruppe „Moin“ hatte ein halbes Dutzend Anträge gestellt, darunter einen zum Thema „Beleidigungen und Drohungen gegen kommunale Amts- und Mandatsträger“. Zur Begründung las Ubben einen Text vor, in dem er schilderte, er habe sich auf dem Dorffest durch den BWG-Ratsherrn Johannes Hogelücht bedroht gefühlt. Hogelücht, der 2. Vorsitzender der Dörp-Arge Leezdorf ist, sei „zielstrebig“ und „mit furchteinflößendem Blick“ auf ihn und ein Familienmitglied zugekommen.

„Moin“-Ratsherr Heinrich Ubben stellte ein halbes Dutzend Anträge und las einen Text vor, in dem er eine Situation auf dem Leezdorfer Dorffest schilderte. Foto: Aiko Recke
„Moin“-Ratsherr Heinrich Ubben stellte ein halbes Dutzend Anträge und las einen Text vor, in dem er eine Situation auf dem Leezdorfer Dorffest schilderte. Foto: Aiko Recke

„Sein Ziel war, uns seinen Willen aufzuzwingen. Uns wurde mulmig, wir hatten Angst vor gewaltsamen Handlungen“, sagte Ubben. Er und sein Familienmitglied hätten das Dorffest daraufhin verlassen. Es sei nun schwer für ihn, weiter an Sitzungen mit Hogelücht teilzunehmen, so Ubben. Daher habe er an der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) vor der Ratssitzung nicht teilgenommen.

BWG-Ratsherr verteidigte Kollegen: „Das ist eine Frechheit“

BWG-Ratsherr Mario Toben reagierte mit deutlichen Worten auf die Vorwürfe gegen seinen Fraktionskollegen. „Ich empfinde Deinen Text als absolute Frechheit. Es gibt nicht viele, die so viel für unser Dorf machen wie Johannes“, sagte Toben in Richtung Ubben. Ein bisschen „düll kieken“ sei normal bei Hogelücht.

Für die Verteidigungsrede gab es viel Applaus im voll besetzten „Boo“ der Mühle. Unter den Zuschauern waren offenbar viele Unterstützer des BWG-Ratsherrn.

Hogelücht hofft, dass wieder Ruhe einkehrt

Hogelücht selbst verwies auf ON-Anfrage auf die Stellungnahme von Toben. Auch er sei sehr verwundert über den Bericht von Ubben. „Ich fand das nicht so prall. Hoffen wir, dass es in der nächsten Sitzung wieder ruhiger zugeht“, so Hogelücht. Ubbens Antrag, der sich allgemein gegen Beleidigungen und Bedrohungen von Mandatsträgern richtete, wurde gleichwohl einstimmig beschlossen. Damit war das Scharmützel an der Leezdorfer Mühle beendet.

Zwei weitere Anträge von Heinrich Ubben, in denen es um „den Umgang des Gemeinderates mit der Gruppe BWG/CDU“ und „mit dem Ratsherrn Johannes Hogelücht“ gehen sollte, wurden von der Tagesordnung genommen. Es sei nicht klar, was dazu beschlossen werden solle, erklärte Ratsvorsitzende Gisela Riesebeck (SPD). Da Ubben am Verwaltungsausschuss nicht teilgenommen hatte, um seine Anträge zu begründen, wurden die beiden Punkte von der Tagesordnung des Rates genommen, so Riesebeck.

Zuvor war ein Antrag von Ubben mit klarer Mehrheit abgelehnt worden. Darin hatte er gefordert, die im Frühjahr beschlossene Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Mitglieder des Verwaltungsausschusses zu korrigieren. Immerhin „zustimmend zur Kenntnis genommen“ wurde ein Antrag von Ubben zu Film- und Tonaufnahmen in öffentlichen Sitzungen. „Wenn der Rat einig ist, kann man das machen“, sagte Gemeindedirektor Gerhard Ihmels. Die technischen Voraussetzungen seien aber nicht in allen Räumen vorhanden.

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