Saisonende im Tourismus  Zahl der Arbeitslosen in Ostfriesland steigt

| 30.11.2022 12:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Agentur für Arbeit Emden-Leer veröffentlichte die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt.
Die Agentur für Arbeit Emden-Leer veröffentlichte die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt.
Artikel teilen:

Es ist die typische November-Entwicklung – auch, wenn das Plus im Vorjahresvergleich etwas höher ist. Der Bereich der Agentur für Arbeit Aurich bildet eine Ausnahme.

Aurich/Ostfriesland - Es ist die übliche Entwicklung im November: Mit dem Ende der Saison im Tourismus und der damit verbundenen Schließung von Betrieben für die Winterpause steigt die Zahl der Arbeitslosen in Ostfriesland. Die Agentur für Arbeit Emden-Leer meldet ein Plus von 655 arbeitslosen Menschen auf nun 14.362. Damit steigt die Arbeitslosenquote in Ostfriesland von 5,5 Prozent im Oktober auf nun 5,8 Prozent. Im Jahresvergleich ist die Veränderung deutlicher. Im November 2021 lag die Quote noch bei 5,5 Prozent. Im Bereich der Geschäftsstelle Aurich ist der November-Wert mit 5,2 Prozent jedoch geringer als vor einem Jahr. Da betrug die Quote noch 5,6 Prozent.

Personen, die derzeit durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gefördert werden, fallen aus den gesetzlich definierten Arbeitslosenzahlen heraus. Rechnet man diese dazu, liegt die Quote der sogenannten Unterbeschäftigung mit insgesamt 19.152 Personen bei 7,6 Prozent. Im November 2021 lag der Wert noch bei 7,1 Prozent.

Arbeitskräfte sind weiter gesucht

Das Ende der Tourismussaison macht sich den Angaben zufolge im November in den Arbeitslosenzahlen an der Küste und auf den Ostfriesischen Inseln deutlich bemerkbar. Insbesondere in den Geschäftsstellen Norden mit den Inseln Norderney und Juist, Wittmund mit den Inseln Langeoog und Spiekeroog und Emden mit der Insel Borkum haben sich im November mehr Personen als im Vormonat arbeitslos gemeldet.

Nachdem an der Nordseeküste nun auch das Herbstgeschäft beendet ist, sei diese saisonbedingte Entwicklung „nicht untypisch“, sagt Roland Dupák, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer. Dennoch sei der regionale Arbeitsmarkt weiter stabil, die Nachfrage nach Arbeitskräften sei weiterhin hoch.

Im Baugewerbe die meisten offenen Stellen

Im Agenturbezirk waren im November 2900 Arbeitsstellen gemeldet, heißt es weiter. Das meiste Personal werde in der Baubranche, dem verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel gesucht. Auch im Gastgewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen bestehe weiterhin Bedarf an Arbeitskräften. Insgesamt seien im November 2022 dem Arbeitgeber-Service der Agentur 546 neue Arbeitsstellen gemeldet worden.

Am Sonnabend, 3. Dezember, ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Aus diesem Anlass veranstaltet die Bundesagentur für Arbeit die „Woche der Menschen mit Behinderungen“. „Mit rund 1000 arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in unserem Agenturbezirk möchten wir in dieser Woche auf die Chancen und das Potenzial, die diese Personengruppe bietet, aufmerksam machen“, sagt Dupák. Betriebe, die Menschen mit Behinderung einstellen, können von der Agentur für Arbeit unter anderem in Form eines Eingliederungszuschusses, eines Zuschusses zur Aus- und Weiterbildung oder einer behindertengerechten Ausstattung von Arbeitsplätzen unterstützt werden. Für mehr Informationen steht laut der Agentur dessen Reha-Team und Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Telefonnummer (08 00) 4 55 55 20 zur Verfügung.

Mehr Langzeitarbeitslose als im Vorjahr

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im November 4964 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl um 16,2 Prozent bzw. 691 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist sie um 2,4 Prozent oder 122 Personen gesunken. Insgesamt erhielten 4.264 Personen im November 2022 Arbeitslosengeld; 392 weniger als vor einem Jahr.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung waren im November 9398 Personen arbeitslos gemeldet, davon 4901 Personen als Langzeitarbeitslose. Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat 0,4 Prozent oder 36 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl um 713 Personen oder 8,2 Prozent gestiegen.

Ähnliche Artikel