Mainz  Verlängert Deutschland den Krieg? Alice Schwarzer mit skurrilen Aussagen

Kim Patrick von Harling
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Von Kim Patrick von Harling
| 30.11.2022 07:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Alice Schwarzer (l.) und Sandra Maischberger: eigentlich Duz-Freundinnen. Foto: imago images/Klaus W. Schmidt
Alice Schwarzer (l.) und Sandra Maischberger: eigentlich Duz-Freundinnen. Foto: imago images/Klaus W. Schmidt
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Feministen Alice Schwarzer hat sich in der Polit-Talkshow „Maischberger“ erneut zum Ukraine-Krieg positioniert - und kassiert ordentlich Gegenwind.

Feministin Alice Schwarzer hat die Kritik an dem Offenen Brief, mit dem sie und andere Prominente vor einem Dritten Weltkrieg infolge der Waffenhilfe für die Ukraine warnen, erneut zurückgewiesen. In der Talkshow „Maischberger“ fand die 79-Jährige am Dienstagabend markige Worte. Dabei stellte Schwarzer nicht zum ersten Mal gewagte Theorien auf.

Im Streitgespräch mit Moderatorin Sandra Maischberger betonte Schwarzer, dass sich der Ukraine-Krieg aufgrund der Waffenlieferungen aus Deutschland verlängern würde. „100.000 tote Soldaten, 40.000 tote Zivilisten! Und dann die verbrannte Erde! Deutschland wäre gut beraten, wenn wir zu einem Klima beitragen, das den Krieg nicht weiter eskaliert“, betonte Schwarzer in der Sendung.

Die Aussage der Ehefrau von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj, Alena Selenskyj, dass Russland sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einsetzen würde, tat die Feministin scheinbar gleichgültig ab. Das würde in „allen Kriegen“ passieren. „Wenn die Ukraine nicht unterstützt wird, ist nicht einfach Frieden, sondern dann passieren Vergewaltigungen, da werden Menschen erschossen, es gibt Massengräber, Folterungen“, entgegnete Maischberger. Doch Schwarzer blieb dabei: „Mit den Waffen verlängert es sich!“

Sie forderte erneut dazu auf, schnellstmöglich Verhandlungen herbeizuführen - ohne Waffenlieferungen. Und dann legte Schwarzer mit Aussagen nach, die mindestens zum Nachhaken anregten: „Nun ist es so, dass nicht nur die Ukrainer alleine entscheiden, sondern Amerika spielt eine große Rolle.“ Der Krieg in der Ukraine sei „natürlich“ auch ein Stellvertreterkrieg zwischen Amerika und Russland.

Zu viel für Vassili Golod, seines Zeichens deutsch-ukrainischer ARD-Journalist. „Damit sind wir im Bereich der Verschwörungsmythen angekommen“, platzte es aus Golod heraus. Amerika hat nichts damit zu tun, dass Russland die Ukraine angreift. Dass Russland nicht akzeptiert, dass die Ukraine ein demokratischer Staat ist. Dass die Menschen in der Ukraine in Freiheit leben wollen.“ Schwarzer kommentierte die Punkte als „nicht wünschenswert“.

Mit ihrer Haltung zum Ukraine-Krieg hatte Schwarzer immer wieder polarisiert. Bereits im Mai hatte die Feministin Selenskyj mit markigen Worten kritisiert: „Ich bedauere, dass Selenskyj nicht aufhört zu provozieren. Ich würde mir doch ein bisschen nuanciertere Töne auch aus der Ukraine wünschen“, sagte Schwarzer und betonte: Wenn man die offizielle Politik des Präsidenten „zum Teil fragwürdig“ fände, bedeute das nicht, dass man nicht mit dem Land fühle oder die Opfer ignoriere - „ganz im Gegenteil“.

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