Hälfte der Äcker betroffen Ostfriesische Landwirte geschockt von neuen EU-Vorgaben
Neue Vorgaben der EU haben drastische Folgen für die landwirtschaftliche Produktion in Ostfriesland. Mehr als die Hälfte der Äcker ist betroffen, warnt der LHV.
Aurich - Geschockt ist der Landwirtschaftliche Hauptverein (LHV) in Ostfriesland von neuen Vorgaben der Europäischen Union zum Pflanzenschutz. Diese hätten „drastische Auswirkungen“ auf die landwirtschaftliche Produktion, warnte LHV-Präsident Manfred Tannen. Mehr als die Hälfte der Ackerfläche in Ostfriesland sei betroffen.
Dabei würden Tannen und sein Vorstandsteam große Bereitschaft zeigen, an weiteren Verbesserungen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz mitzuwirken, heißt es in der LHV-Mitteilung. Sie verwiesen auch auf Erfolge, insbesondere dem kooperativen Ansatz des Niedersächsischen Weges. Hier sei bereits eine Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie beschlossen. „Durch moderne Technik können wir den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter deutlich reduzieren“, so der Leeraner Kreisvorsitzende Klaus Borde.
Abgeordneter: Kommission hat sich verrannt
Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke (Emsland), der in Brüssel den Arbeitskreis Mittelstand seiner Fraktion leitet, stimmte den Landwirten laut LHV zu: „Die EU-Kommission hat sich mit diesem Vorschlag völlig verrannt. Wir als CDU fordern, die Pläne zurückzuziehen und komplett zu überarbeiten.“ Ihm fehle jedes Verständnis dafür, wie die Kommission mit ihrem Vizepräsidenten Timmermans hier jeden Bezug zur Realität vermissen lasse. „Durch den Ukrainekrieg haben wir heute schon weltweite Engpässe in der Versorgung. Wir können jetzt nicht noch die eigene Produktion einschränken“, so der Emsländer. Das Gegenteil sei richtig: „Wir müssen jetzt alles für Ernährungssicherheit und die heimische Produktion von Lebensmitteln tun.“